41.GLÜCK IM UNGLÜCK.
ES WAR EINMAL EIN MANN, DEM STIESS VIEL WIDER-wärtiges zu, und er verlor viel Geld/ immer aber mahnte ihn fein Weibzu Geduld und Tagte: »Gott wird noch alles zu deinem Beften wenden/ Gotthat es gegeben, Gott hat es genommen.« Eines Tages verlor er ein Auge,und wieder fagte fie ihren Sprudi/ und ihres Predigens überdrüffig, verprügelteer fie und fagte: »Nimm das hin in Geduld!«
Später kam er mit feinem Weibe zu den Tataren, und der Kaifer dort erhobihn fo, daß er einer der Großen neben ihm war. Und der Kaifer ftarb, undvor feinem Tode hatte er angeordnet, daß diefer fein Freund mit ihm begrabenwerde. Diefe Leute haben nämlich den Glauben, daß fie fo, wie fie begrabenwerden, in der andern Welt leben, und darum laffen fie fich mit den Pferdenund den Hunden, mit der Gattin und ihren liebften Freunden begraben.
Aber da fagte er, für feinen Herrn wäre es eine gar große Schande, wenner an einem fo großen Hofe im Jenfeits mit einem Einäugigen ankäme, unddas ließen fie gelten. Und er wäre wahrhaftig begraben worden, hätte er nichtzu feinem Glücke das Auge verloren gehabt.
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