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Märchen des Mittelalters
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Ausgaben, die er gemacht habe, einverftanden fein werde, daß die Kleinodegeteilt würden. Skandaleo war es zufrieden, da auch er feinen Teil verzehrthatte, und fo gingen fie miteinander zuManaffe/ fie erinnerten ihn an die Befehleihres Vaters, fonderlich wegen der Kleinode, die fie nicht anrühren follten, fiehätten fich denn vorher darüber geeinigt, und fagten: »Wir haben das ganze Geldverbraucht, das uns der Vater gegeben hat, und auch du halt wohl das deinigeverbraucht, und fo bitten wir dich, willige ein, daß wir jeder unfer Kleinod nehmen,um dadurch zu Ehren zu kommen.« Manaffe aber antwortete: »Ich willige nichtein, weil ihr es, wie mir fcheint, auf mein Kleinod abgefehen habt/ bekommeich aber meinen Teil, fo bin ich es zufrieden.« Und die Brüder verfprachen esihm mit einem Gelöbnis, und fo gingen fie an den Ort, den ihnen der Vatergenannt hatte. Und da fanden fie nur zwei Kleinode, obwohl der Vater vondreien gefprochen hatte. Nun fagteManaffe: »Wahrhaftig, ihr habt mich betrogen,und darum feid ihr gekommen und habt gefagt, ihr wolltet jeder euer Kleinod,weil ihr fchon eins genommen hattet. Aber ich fage euch: fei dem, wie es wolle,eines von diefen Kleinoden ift mein.« Arduigi antwortete und fagte: »Selbft-verftändiieh dürfen wir nicht annehmen, daß unfer Vater eine Lüge gefagt hätte,fondern ficher haben drei Kleinode dagelegen,- und wollten wir fagen, daß einanderer als einer von uns eines genommen hätte, fo fage ich, daß das nicht wahrwäre. Einmal hat außer uns kein Menfch auf der Welt etwas gewußt, und dann,hätte fie jemand von ungefähr gefunden, fo hätte er alle drei genommen undnicht eines liegen laffen,- darum muß das Kleinod einer von uns genommenhaben. Und weil wir Brüder find und es unfere Pflicht ift, einander zu liebenund zu vertragen, fo will ich euch meine Meinung fagen, und dann mögt ihrentfeheiden, wie es euch beliebt.« Und er begann: »Brüder, wie ihr wißt, ift derKali, der Herr des Mandfchi, ein großer Freund unfers Vaters gewefen undift der weifefte Mann unter den Bekennern von Mohammeds Gefetz. Wennes euch bedäuchte, wie es mich bedünkt, fo würden wir die Frage des Kleinodsihm anheirnfteilen und uns jeder feiner Entscheidung unterwerfen. Und bevorwir die Entfcheidung hätten, dürften wir die zwei Kleinode nicht berühren, undwir müßten fie hierlaffen.« Diefe Rede gefiel den Brüdern, und fie legten dieKleinode an ihren Ort zurück und befchloffen, in das Mandfchi zu ziehen. Undvor dem Aufbruche machten fie ab, fie wollten zufammenbleiben und gemeinfamreifen, und auf dem ganzen Wege dürfe ob des Kleinods nicht geftritten werden,und bei der Rückkehr würden fie fich an das halten, was der Kali fagen werde.Dies abgemacht, brachen fie es war im April aus der Gegend amDon auf, reichlich verfehen mit Lebensmitteln und fonftiger Notdurft. Und fiewaren mehr als zwanzig Tagereifen vom Don entfernt, als Arduigi, der Ältefte,

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