37.SCHARFSINNSPROBEN.
IN DEM LANDE AM DON WAR EINMAL EIN KAUFMANN,Aluifi mit Namen, der hatte drei Söhne, die Arduigi, Skandaleo und Manaflehießen. Aluifi ward krank, und da er erkannte, er werde aus diefer Welt fcheidenmuffen, fo teilte er fein Vermögen: zuerft verbarg er drei koftbare Kleinode,deren jedes dreißigtaufend Dukaten wert war, an einem geheimen Orte, unddann legte er fein Geld, etwa einhundertzwanzigtaufend Dukaten, in eine Truhe,und er hatte auch fonft noch verichiedene Befitzungen und allerlei Hausrat,- undda er fühlte, daß es mit ihm immer fchlechter wurde und der Tod nahte, rief erfeine drei Söhne und befahl und fagte ihnen, fie müßten ihm, bevor er fterbe,verfpredien, daß fie die drei Kleinode, deren Wert er ihnen angab, nidit an»rühren würden,- dann ließ er die einhundertzwanzigtaufend Dukaten bringenund verteilte fie, fo daß jeder vierzigtaufend erhielt. Und dies getan, fchworzuerft der ältefte Sohn, Arduigi mit Namen, und gelobte, alles einhalten zuwollen, und denfelben Schwur legte auch Skandaleo ab, und fchließlich tat diesauch Manafle, der jüngfte Sohn. Und nachdem Aluifi diefe Verfpredien undGelöbnilTe erhalten hatte, fegnete er fie, und es dauerte nur noch ein paar Tage,fo fchied er aus diefem Leben. Und feinem Leichnam erwiefen die Söhne großeEhren nach dem Gebrauche der Kaufleute des Landes.
Nun begannen die drei Söhne, ohne weiter Kaufmannfchaft zu treiben, einWohlleben zu führen bei Gaftmählern am Mittag und zu Abend und ihre Luftan Frauen und Pferden zu haben und jegliches Vergnügen zu genießen, undfo dauerte es nicht lange, bis der jüngfte Bruder, nämlich Manafle, mit feinenvierzigtaufend Dukaten fertig war, und die zwei andern waren es zu mehrals drei Vierteln/ denn jeder dachte fich mit dem Kleinode zu dreißigtaufendDukaten helfen zu können. Manafle aber ging, ohne einem feiner Brüder etwaszu fagen, an den Ort, wo die drei Kleinode lagen, nahm eines und verkauftees insgeheim an venezianifche Kaufleute, die an den Don gekommen waren/das Geld behielt er für fich, begann zu fparen und ohne den frühern Aufwandzu leben, und widmete fich dem Handel. Inzwifchen hatte auch Arduigi feinevierzigtaufend Dukaten vertan,- er ging zu Skandaleo und erzählte ihm feineNot und bat ihn, mit ihm zu Manafle zu gehen, der wohl wegen der vielen
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