zuftoßen: er fagte, daß wenn Ihr Euern Hengft verkauftet, dies eben fo vielbedeuten würde, wie ihn zum Abdecker zu fchicken, da er heute über acht Tagefterben würde/ und anders kann das nicht fein.« Über diefe Rede verwundertefich der Herr höchlich/ und da er fah, daß es nicht anders fein konnte, ließ erfeine Makler kommen und fagte ihnen, er wolle feinen großen, edeln Hengftverkaufen, und fie follten ihn an Fremde verkaufen, von denen fie annehmenkönnten, daß fie lange nicht mehr herkommen würden. Der Hengft wurde ver-kauft, und die Käufer gedachten ihn in ein fernes Land mitzunehmen, und erwar heil und gefund, und kein Fehler war an ihm zu erfinden, und fo erhieltder Herr für ihn, was er wollte. Bevor aber noch die Kauf leute die Stadt ver-laffen hatten, fiel der Hengft im Stalle tot nieder, ohne daß er ein Übel odereine Krankheit gehabt hätte. Und als der Herr hörte, daß der Hengft in demStalle der Kaufleute verendet fei, war feine Freude, ihn verkauft und das Gelderhalten zu haben, ebenfo groß wie die Betrübnis über den Tod eines fo edelnTieres und über den großen Verluft der Kaufleute. Und den Sklaven mit dieferFähigkeit hatte er lieber als fein ganzes andres Gefinde: fchon mit dem Gewinnaus dem einen, das er ihm gefagt hatte, war der Preis, um den er ihn gekaufthatte, doppelt hereingebracht, und er hatte in ihm viel hohen Verftand gefunden.Wieder erfchien ein gar fchöner Vogel an dem Fenfter von des Herrn Gemachund begann gar fchöne Weifen zu fingen, und der Herr war mit dem Sklavenanwefend. Und vorerft fagte er: »Gott gebe uns gute Kunde!« Und dann fragteer den Sklaven, was der Vogel gefungen habe/ und der Sklave antwortete undfagte: »Herr, fo wie ich Euch wegen des Hengftes die Wahrheit gefagt habe,fo will ich Euch auch in Wahrheit Tagen, was diefer Vogel gefagt hat, und ichtue es gar ungern.« Ergrimmt fagte der Herr: »Sag es auf der Stelle.« —»Herr, er hat gefagt, Euer großer Turm, wo Ihr Euern großen Schatz habt,werde heute über neun Tage einftürzen, und anders kann es nicht fein.«Dies gehört, war der Herr ganz unglücklich, weil er fah, daß fich dergeftaltdas Mißgefchick häufte. Und er rief feinen Rat zufammen und erzählte ihnendie Gefchichte mit dem Hengfte und daß fein Turm einftürzen folle. Alle ver»wunderten fich baß, und fie fagten: »Da Euch der Sklave aus dem Gefangedes Vogels die Wahrheit über das Roß gefagt hat, fo fagt er Euch vielleichtauch über den Turm die Wahrheit. Denn alle Leute, die hörten, Ihr wolltetEuern Hengft verkaufen, der doch keinerlei Fehler hatte, glaubten, Ihr tätetes aus Geldmangel,- als fie aber dann erfuhren, daß er folchermaßen verendetwar, kamen fie zu der Meinung, daß Ihr es gewußt hättet und Euch Gott einefo hohe Gnade gefchenkt habe. Und um Euch wegen des Turmes zu antworten,fo raten wir Euch, ihn räumen zu (äffen, auf daß der Schade nicht allzu groß
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