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Märchen des Mittelalters
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uns übernachten, und wenn du willft, fo bin ich es zufrieden.« Bartel Tagte:»Meinetwegen«, fetzte fich zu Tifche und fagte dem Burfchen, er folle mit ihmeilen. Kürbeis, der Hunger hatte, meinte, nun würden die Sachen aufgetragenwerden, die die Frau weggelegt hatte, und fetzte fich froh zuTifche mit demRaben im Arm. Die Frau aber brachte Hirfebrot, ein paar kalte Bohnen undzwei fchlechte Fifche mit etlichen Blättern Lauch. Bartel, der den ganzen Tag einFeld nahe beim Haufe umgegraben hatte, war tüchtig hungrig,- er und ebenfoKürbeis, wenn es ihnen auch nicht allzu gut fchmeckte. Auch die Frau nahm,nachdem fie ein wenig Wein gehoben hatte, einige Biflen, und fo aßen fie ein*trächtig miteinander. Dann wies Bartel dem Burfchen eine Schlafftelle an undging mit feiner Frau fchlafen.

Da nichts von dem, was die Frau zur Seite gelteilt [hatte, auf den Tifchgekommen war, hielt Kürbeis feft dafür, daß die Frau einen fchlechten Wandelführe, und das gedachte er, um ein belferes Elfen als vorhin zu bekommen,Bartel auf eine neue Weife beizubringen. Nach einer Weile kniff er den Rabenin das Bein, und der begann zu krächzen. Und er hieß ihn ftille fein und fagte:»Es ift nicht recht, daß du den guten Mann und die Frau wedelt, wo du dochweißt, wie trefflich fie uns bewirtet haben.« Bartel hörte das alles,- da fragteer: »Was hat er gefagt?« Kürbeis antwortete: »Er hat gefagt, er möchte einStückchen von der Hühnerpaltete in dem Schränkchen.« Bartel fprang auf undzu dem Sdiränkchen,- da fand er die Paftete. Sofort hieß er auch Kürbeis auf*Itehen und holte Brot/ und fie aßen die Paftete miteinander, und auch der Rabebekam feinen Teil. Und Bartel fagte: »Mich behandelt Sofie auf diefe Weifeund gibt mir Hirfebrot und Bohnen, und fie ißt mit irgendeinem Pfaffen Hühner*palteten.« Und die Frau, die alles hörte, vermaledeite den Burfchen, daß ergekommen war.

Nach zwei Stunden machte Kürbeis den Raben wieder krächzen undtadelte ihn wieder mit lauter Rede, und Bartel fragte wieder, was der Rabemit feinem Gefchrei wolle, und Kürbeis antwortete: »Nichts.will er fonlt, alsetwas von dem Kapaun und dem Käfekuchen in dem Schrein.« Bartel fprangauf und zu dem Schrein/ da fand er einen Kapaun und einen Käfekuchen.Wieder rief er Kürbeis und mit ihm, nachdem er Wein geholt hatte, denKapaun und den Kuchen, und auch dem Raben gaben fie davon/ und die Fraumurrte. Und Bartel fagte zu Kürbeis: »Sag mir dodi, bitte, was ift das für einVogel?« Kürbeis antwortete: »Das ift ein Wahrfager, und er fagt alles wahr,was des Tages oder nächtens gefchieht.« »Nach dem, was ich gefehen habe,«fagte Bartel, »glaube ich es, und darum bitte ich dich, verkauf mir ihn.« Kürbeisaber fagte: »So viel Geld halt du nicht.« Und Bartel fagte: »Ich gebe dir fünf*

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