nicht deffen verluftig gehe, um derentwillen ich io viel gelitten habe!«Sie nahmdas erlte Käftchen und las die Schrift: »Wer mich öffnen wird, wird finden,was er verdient hat«,- und da dachte fie: »Von außen ift es genugfam koftbar,aber was es drinnen verbirgt, davon habe ich keine Ahnung,- darum will iches nicht wählen.« Dann hob fie die zweite auf und las die Schrift: »Wer michwählen wird, wird in mir finden, was die Natur beftimmt hat«, und fie fagte:»Niemals hat die Natur beftimmt, daß die Tochter meines Vaters dem Sohnedes Kai fers vermählt werden folle, und darum will ich es keineswegs wählen.«Und fie trat zu dem bleiernen Käftchen und las die Auffchrift: »Lieber willich hier ruhen, als unter den Schätzen desKönigs bleiben«, und da dachte fie:»Die Auffchrift muß fo verbanden werden: Belfer ift es mir, mit dem Sohne desKai fers zu ruhn als in dem Schatze meines Vaters zu bleiben«,- und mit lauterStimme rief fie: »Diefes dritte Käftchen wähle ich.«
Dies gehört, fagte der Kaifer: »O du treffliches Mägdlein, klug haft dugewählt! In diefemKäftchen find meine drei koltbarften Ringe: einer für mich,einer für meinen Sohn und einer für dich als Zeichen des Verlöbniffes.« Undalsbald ließ er die Hochzeit feiern und gab ihr feinen Sohn als Gatten. Undfie lebten beide lange in Freuden, und fchließlich endeten fie ihr Leben in Frieden.
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