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Märchen des Mittelalters
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gebeichtet hatte. Sie erwiderte ihm, fie vertraue auf Gottes Barmherzigkeit,und nie werde de ihm willfahren. Da erzählte er unter dem Vorwande, ihmdie Treue zu halten, alles ihrem Gatten und machte Pich anheifdiig, fich die Augenausreißen zu laffen, wenn fie nicht am Freitag bei diefer Buße befunden werde.Und am Freitag ging der Ritter mit dem Beichtvater zu ihr, und fie trafenfie allein in ihrem Gemache beim Mahle. Der Ritter kolkte ihren Trank undließ ihn auch den Beichtvater kolten, und da war es ein köftlicher Wein,- denndurch Gottes Macht harre fich das Waller in Wein verwandelt. Dann befahlihr der Gatte, fich zu entkleiden, und Gott verwandelte die härene Kutte, diefie am Leibe hatte, in eine Pfeid von feinffem Linnen. Nun fagte der Ritter zudem Beichtiger: »Weißt du noch, was du mir von meiner Gemahlin behauptethalt und wie du dich anheifchig gemacht halt, die Augen verlieren zu wollen?Und nichts anderes foll dir zuteil werden!« Und auf der Stelle riß er ihm dieAugen aus. So hatte Gott die bereuende und der Sünde entfagende Fraugerettet und fie in feiner Barmherzigkeit ihrer Schuld entledigt.

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