Blinde feinen Augen auflegte, alles Blut herausziehen und die Wunden heilen,und er würde wieder fehen.« Und damit fuhren die Teufel von hinnen.
Der Blinde, der alles gehört hatte, rief den Herrgott an, und dann beganner die Kräutlein, die unter dem Baume wuchfen, eines nach dem andern zupflücken und den Augen aufzulegen, und durch Gottes Willen fand er dasrichtige, und das machte ihn, als er es auflegte, wieder heil.
Nun hatte der König eine Tochter, der die Augen fo mit Blut unterlaufenwaren, daß fie fchier erblindete, und niemand vermochte ihr zu helfen. Undder Knecht ging zu dem Könige und verfprach fie zu heilen, und der Königverfpradi, er werde fie ihm, wenn er fie heile, zur Frau geben. Und er heiltefie mit jenem Kräutlein vollkommen, und er erhielt fie zur Frau und wurdevon dem König reich mit Gold und Gut begabt und erhöht.
Endlich erfuhr davon auch fein ehemaliger Herr, und der ging zu ihmund befragte ihn, wie er geheilt worden fei, und er erzählte ihm, daß unterjenem Baum ein Kräutlein mit derundder Kraft wachfe,- aber zeigen tat er esihm nicht. Und aus Habfucht, um durch das Kräutlein noch reicher zu werden,ging der Herr dorthin und begann ein Kräutlein nach dem andern zu pflückenund zu verfuchen. Und es gelchah, daß die Teufel wie das andere Mal kamen,und fie fagten: »Laßt uns nachfehen, ob nicht jemand unten laufcht, neulichhaben wir nicht nachgefehen, und fo hat uns jener Blinde betrogen.« Und alsfie folchermaßen den Mann unter dem Baum fanden, griffen fie ihn und riffenihm beide Augen ganz und gar aus.
Und fo wurde offenbar, daß die Gerechtigkeit, mag fie auch zeitweifeunterdrückt fein, endlich doch erhöht wird und daß die Ungerechtigkeit denMenfchen ins Verderben führt.
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