13.DIE TEILUNG DES LOHNS.
ES WAR EINMAL EIN KÖNIG, DER HATTE ZWEI SÖHNE:dem äfrern vermachte er das Reich und gab es ihm nodi zu feinen Leb*Zeiten/ den jungem fchickte er in die Sdiule, auf daß er fich Wiffen erwerbe,da er ihm kein Gut hinterließ. Der ältere Bruder lebte mit feinem Vater forgenlosdaheim,- der jüngere aber in der Schule wandte das Geld, das er dazu bekam,übel an. Da befuchte den König ein Freund, und der kam bei der Schule vorbei,und er fah, wie der Knabe feine Zeit nicht auf die Wilfenfchaft und das Lernenverwandte, fondern zu fchlechten Dingen/ das erzählte er dem Könige. Undder König entbot den Knaben zu fich und fragte ihn, warum er nicht lernenwolle, und der Knabe fagte, das zieme ihm nicht, weil er ein Königsfohn fei/darauf fagte der König zu ihm: »Da du Hehlt, daß dein Bruder in Freudenbei mir weilt, fo möchtelt du fein Leben führen, aber wiffe wohl: das wirft dunicht,- denn nach meinem Tode wird dein Bruder, dem ich das Reich gegebenhabe, zu leben haben, dich aber habe ich in die Schule gefchickt, auf daß dudich nach meinem Tode felber fortbringen könneft.« Da jedoch der König fah,daß es nicht fein Wunfeh war, die Schule zu nutzen, fondern mit feinem Bruderim väterlichen Haufe zu fein und nicht zu arbeiten, ließ er ihn an dem Tifchefeiner Knedite effen. Da ging der Knabe und bat feine Freunde, fie möchtenfeinen Vater für ihn bitten, daß er wieder in die Schule gehen dürfe, und fietaten es/ und der König gewährte ihm die Bitte, gab ihm aber nicht mehr foviel Geld wie früher. Er nahm ihn eines Tages mit in eine Kammer, womancherlei Truhen mit feinem Gelde waren, und gab ihm die Schlüffel all dieferTruhen und fagte: »öffne die Truhe, die du willft, und was darin ift, gehörtdir.« Und er öffnete eine, und in ihr waren zwanzig Gulden, und der Königfagte: »Wahrhaftig, mehr follft du von mir nicht bekommen.« Und da er, alser von ungefähr zu Boden blickte, einen Pfennig liegen fah, gab er ihm auchden und fagte: »Nimm auch noch dielen Pfennig, fo halt du zwanzig Guldenund einen Pfennig.«
Der Knabe nahm das Geld und machte fich auf zu der Schule, und aufdem Wege traf er einen Mann mit einem Korbe auf dem Rücken, und erfragte ihn, was er in dem Korbe habe. Der Mann fagte: »Einen wunderbaren
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