Kaufmann teilte und fagte: »Die Frau mit dem Zelter unter ihr fei der eine Teil,und die Ritter und alle Saumtiere der andere/ nun nehmt, welchen Ihr wollt.«Da ward Herr Dianefe arg erboft, und er fagte in feinem Herzen: »Gar ver»fchieden find die Teile, die er gemacht hat,- aber ich denke, mir bleibt nichtsübrig, als die Frau zu nehmen.« Und er nahm feine Frau und ließ dem Kauf-mann alles andere. Und damit nahmen fie Abfdiied voneinander, und der einefdilug diefe Straße, der andere jene ein. Und Herr Dianefe war gar traurigund erzürnt.
Der Kaufmann aber fchlug, nachdem er mit all feinen Leuten eine kurzeStredte geritten war, einen Querweg ein, der zu der andern Straße führte/und er ritt gar eilig, um Herrn Dianefe zu überholen. Und er gelangte auf dieStraße und zog Herrn Dianefe entgegen. Und der war, als er ihn fah, gar ver=wundert, und er fragte ihn: »Warum kommt Ihr zurück?« Und der Kaufmannfagte: »Langfam, Herr Dianefe, haltet ein wenig.« Und er fuhr fort: »Es iftwahr, wir haben geteilt, und Ihr habt mir das Veifprechen, das Ihr mir gegebenhabt, als treuer, wackerer Ritter gehalten, und fo bin ich rechtens Herr dieferLeute und kann mit ihnen machen, was idi will / und darum gebe ich fie Eudiwieder und bin es zufrieden, daß fie Euer und zu Euem Diensten feienfamt all dem Schönen und Guten, das Euch Gott fchenken möge, Eudiund Euerer Gattin. Und ich will Euch fagen, wer idi bin, auf daß Ihr, fo wieIhr bisher ehrlich gedient und Ritterlichkeit und Treue geübt habt, dies audifortan gern tuet, damit Euch alles Gute werde wie jedem, der dermaßen handelt.Ich bin der Edelmann, den Ihr bei der Kirche ehrlich habt begraben laffen undfür den Ihr fo viel von Eurem Gut weggegeben habt. Und die ritterlicheWohUtat, die Ihr mir erzeigt habt, hat Gott fo wohl gefallen, daß es fein Wille war,ich folle Euch diefe Ehre und diefes Gute tun.« Und Herr Dianefe fagte:»Wenn die Toten Dienfte alfo lohnen, was follen die Lebenden tun?« Undjener Edelmann fagte weiter: »Wilfet, Herr Dianefe, und alle Leute mögenes wiflfen, daß nie ein Dienft verloren geht oder verloren gehen wird.« Unddies gefagt, entfchwand er ins Paradies. Und Herr Dianefe kam mit feiner Frauin hohen Ehren zu Haufe an. Und all ihr Leben verfloß in Wohlftand und
Freuden.
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