Fifdi, der hat einen goldenen Kopf, einen filbernen Leib und einen grünenSchwanz.« Der Knabe ließ fidi den Fifdi zeigen und fragte den Mann, ob erihn verkaufen wolle,-der Mann fagte:» Ja.« — »Wasfollerkoften?« — »ZwanzigGulden.« Und der Knabe gab ihm das Geld, und fo hatte er nur noch einenPfennig. Und während der Verkäufer das Geld zählte, legte der Knabe denFifdi wieder in den Korb. Als das aber der Verkäufer fah, fagte er: »Ich habedir den Fifdi verkauft, nicht aber den Korb/ willst du auch den Korb, fo mußtdu mir noch einen Pfennig geben, denn das ift er wert.« Der Knabe, der fah,daß er den Fifdi ohne Behälter nicht würde tragen können, gab ihm den Pfennig,-und fo hatte er all das Geld vertan, das ihm fein Vater für die Schule gegebenhatte. Und er nahm den Korb mit dem Fifdie auf den Rücken und ging weiter.
Nach einer Weile fah er etwas abfeits vom Wege ein fdiönes Schloß, und erfragte einen Mann, der ihm begegnete, wer dort wohne/ die Antwort war:»Ein großer, edler Herr/ denn da ift niemand, der ihm irgendeinen Dienft täte,und wäre der noch fo klein, den er ihm nicht reichlich vergelten würde.« Der Knabeging hin zu dem Schlöffe und ging zu dem Pförtner und fagte ihm, er wolle mitdem Herrn fpredien. Der Pförtner fragte, was er von dem Herrn wolle, undder Knabe fagte, er bringe ihm ein Gefchenk. Und der Pförtner fagte: »Andiefem Hofe ift es Brauch, daß ich die Gefchenke fehen muß, ehe fie vor denHerrn kommen«, und der Knabe zeigte ihm den Fifdi. Nun fagte der Pförtner:»Der Kopf ift mein/ denn das ift Brauch, daß ich, wenn einer ein Wild odereinen Fifdi als Gefchenk bringt, für meinen Teil den Kopf erhalte.« Der Knabemeinte, das Gefchenk würde, wenn der Kopf fehlte, fchlechter und minder fchönfein, und fo fagte er zu dem Pförtner: »Ich bitte dich, laß mich hinein, und dufollft die Hälfte meines Lohnes haben.« Damit war der Pförtner zufrieden.Und der Knabe ging hinein, und er kam zu dem Türhüter der Halle, und derbeanfprudite das Mittelftüdc des Fifches, weil es fo Brauch an diefem Hofefei, und der Knabe fagte: »Wäreft du fo gütig wie der Pförtner, dem idi dieHälfte meines Lohnes verheißen habe, io würde ich dir die Hälfte der andernHälfte geben«, und io ließ ihn der Türhüter eintreten. Dann kam der Knabe zudem Kämmerling, und der verlangte den Schwanz und fagte: »Das ift Brauch andiefem Hofe, daß ich den Schwanz bekomme.« Und der Knabe fagte: »DemPförtner habe ich die Hälfte meines Lohnes verfprodien und dem Türhüter dieHälfte des Reftes, und nun bitte ich dich, laß mich hinein, und ich will dir geben,was für mich geblieben wäre.« Der Kämmerling gewährte es und ließ ihn ein-treten, ebenfo wie feine Gefellen in der Hoffnung, etwas Großes zu erhalten.
Der Knabe kam vor den Herrn und gab ihm fein Gefchenk, und der Herrnahm es gern und fagte: »Das ift eine gar fdiöne Gabe/ heifdie dafür etwas
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