aufbrechen.« Und der König Tagte, daß er einverstanden fei,- und auf der Stelleließ er Pferde und alle Ausrüftung vorbereiten, die es brauchte, damit Eidamund Tochter recht in Ehren reifen könnten. Und die acht Tage gingen vorüber,und der Reifetag kam, und alle Zurüftungen waren beendet/ und Herr Dianefebefahl das Reich dem Könige, und er ftieg zu Pferde, und mit ihm feine Gemahlinund der Kaufmann und die vielen Ritter feines Gefolges und viele Kammer-frauen, und an den Zug fchloffen fich die Saumtiere, und es war alles, wie esfidi für einen großen Herrn fchidcte. Und der König und viele Barone und Rittergeleiteten fie zu großem Troft und großer Fröhlichkeit einige Meilen über dieLandesgrenze/ und dann nahm der König mit feinen Leuten Abfchied vonHerrn Dianefe, und Herr Dianefe von ihm und ihnen, und der König kehrtein fein Land zurück, und Herr Dianefe zog feine Straße.
Als Herr Dianefe mit den Seinen viele Tage lang mit großer Befchwer-lichkeit geritten und nur noch eine Tagereife von feiner Heimat entfernt war/kamen fie zu einer Stelle, wo fich die Straße teilte. Da fagte der Kaufmann zuHerrn Dianefe: »Reitet langfam voran und laßt alle Leute halten.« HerrDianefe, der ihn herzlich liebte und ihm voll vertraute, ließ alsbald fagen, daßniemand weiterreiten, fondern alle haltmachen follten. Nun fagte der Kauf-mann: »Wißt Ihr, warum ich Euch bat, zu halten?« — »Nein.« — »So will iches Euch fagen. Ich will, daß Ihr das Verfprechen und die Verträge erfüllet, diezwifchen Euch und mir find.« Und Herr Dianefe fagte: »Was für Verträgehaben wir miteinander?« Und der Kaufmann fagte: »Ihrwiffet, daß wir uns,als wir zu dem Turnier zogen, zufammengetan und daß wir gefagt haben,wir wollten alles, was wir gewinnen würden, teilen.« Und Herr Dianefe fagte:»Ich erinnere mich wohl, und wohl ift das die Wahrheit,- aber warum fagt Ihrdas? Wollt Ihr nichts von dem, was wir gewonnen haben?« Und der Kaufmannfagte: »Jawohl, und ich will die Hälfte von allem.« Und Herr Dianefe fagte:»Ach, warum kommt Ihr nicht mit mir? Stets werde ich Euch in meinem Haufeehrlich halten, und Ihr werdet Euch um nichts zu forgen haben und werdetebenfo trefflich und in Ehren leben wie ich.« Und der Kaufmann fagte: »Wiffet,daß auch ich in mein Haus heimkehren will, und darum will ich die Hälfte vonallem, was wir gewonnen haben.« Herrn Dianefe war das gar nicht lieb, trotz*dem aber wollte er feinem Verfprechen und feiner Treue keinen Abbruchgefchehen laden: hätte er es doch leicht gehabt, zu fagen: »Geh deines Weges /ich verliehe nicht, was du fagft«, aber fo wollte er nicht tun, fondern antwortetegar klug und fagte: »Nehmt Euch einen Teil, wie Ihr wollt, und ich werdees zufrieden fein.« Aber der Kaufmann fagte: »Ich werde teilen, und Ihrwerdet wählen.« Und Herr Dianefe fagte: »Tut nach Euerm Sinne.« Und der
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