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Märchen des Mittelalters
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und das taten Tic oft, fo daß alle in der Stadt Tagten: »Das find die adeligftenRitter, die gekommen find.«

Es kam der Tag des Turniers. Alles wappnete fich, und die Ritter zogenailefamt hinaus auf den weiten Wiefengrund, wo das Turnier vor fich gehenfollte. Und der König kam hin und die Königin und die Toditer und alleBarone des Reidhes/ und als alles verfammelt war, befahl der König, mit demTurnier und derTjost zu beginnen, nidit ohne nochmalige Verkündigung, derSiegespreis fei die Hand feiner Toditer und fein halbes Reich. Und die Baroneund Ritter (teilten fich tapfer zu derTjoft, und viel tapfere und weidliche Männerwaren da, und preisliche Taten gab es wie noch nie bei einem Turnier, undder Kampf währte lange. Und zum Schluffe war Herr Dianefe der Sieger desganzen Turniers, und als das der König und die Königin fahen, waren fiegar froh, und alles rief: »Herr Dianefe ift Sieger!« Und der König entbot ihnzu fich und gab ihm feine Tochter und mit ihr fein halbes Reich/ und alleswar eitel Jubel mit Feftlichkeiten und Luft.

Dann blieben fie fchiernoch einen Monat in dem Reiche, und als fie gebliebenwaren, folange es ihnen gefiel, fagte der Kaufmann zu Herrn Dianefe: »Waswollt Ihr tun? Scheint es Euch nicht an der Zeit, in Euere Heimat zurückzu-kehren? Gott hat Euch viel Gutes und Ehren gegeben, fo daß Ihr ihm vielenDank fchuldet.« Und Herr Dianefe antwortete: »Das ift durchaus wahr, unddankbar preife ich Herrn Jefum Chriftum und feine Mutter und will mich ihnen,fowie auch Euch, der Ihr mir in diefer Sache fo fehr und mehr als ein Menfchgeholfen habt, erkenntlich erweifen. Und wiffet, daß es mein Wunsch ift, inmein Land heimzukehren, aber das dürfen wir ohne Einwilligung des Königsnicht tun.« Und der Kaufmann fagte: »Ihr fprecht die Wahrheit, und darumlaßt uns zu dem Könige gehen, und Ihr werdet es ihm gut und klug fagen, undder König, der ein weifer Herr ift, wird EuermWunfche zuftimmen.« Dergeftalteinig geworden, gingen fie zu dem Könige, und Herr Dianefe fagte: »HerrKönig, Ihr wißt, daß ich Euer bin mit Leib und Gut und daß ich nichts tun darfohne Euern Rat und Willen/ und darum habe ich gedacht, daß ich, wenn esEuch beliebte, gerne heimziehen würde, um die Verwandten und die Freundewiederzufehen und fie mit der Ehre zu erfreuen, die Ihr mir erzeigt habt.«Und der König antwortete Herrn Dianefe und fagte: »Ich habe Euch fo lieb,wie ich nur kann, und bin mit Euch wohl zufrieden und weiß Euch lieber inder Nähe als in der Ferne/ da es aber EuerWille ift, zu ziehen unddieFYeundeund dieVerwandten heimzufuchen, fo ift es auch mir recht, und Ihr möget ziehen,wann es Euch beliebt.« Und Herr Dian'fe dankte dem Könige für feineWorteund fagte: »So werden wir denn in Gottes Namen heute über acht Tage

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