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Märchen des Mittelalters
Entstehung
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banden fie fich ihren edelften Nachbarn. Und wie die Jahre fo eines ums andereverftrichen, forderte die Herrin zu often Malen ihren Gatten auf, Buße zutun/ er aber, durch die Ehren der Welt verblendet, fchob es von Tag zu Tagauf, bis fchiießlich, indem ein Jahr nach dem andern vorüberging, das dreißiglteherangekommen war.

Und als der für die Rache vorbeftimmte Tag bevorftand, traf der Ritterin einem feiner Schlöffer große Zurüftungen und lud alle leine Freunde zueinemMahle an jenem Tage, und als fie alle zu demMahle zufammengekommenwaren, ftellte er feft, daß niemand dawar, den er hätte zu fürchten braudien.Und fo faßen fie allefamt zu Tifcfie nieder und verbrachten den Tag in Freuden.Da kam ein Spielmann ans Tor und heifdite, wie üblidi, Einlaß, und derPförtner meldete es feinem Herrn, da er fonft niemand einzufallen wagte, undder ließ den Spielmann kommen. Und als der Spielmann nach einer Weile, umfeine Kunft zu'zeigen, die Fiedel ftimmte, ging einer hin und beftrich ihm Scherzeshalber die Fäden oder Haare des Bogens mit Speck oder einem andern Schmer,und als er dann mit dem Bogen überdieSaiten ftrich,gaben fie, weil dasFettdenKlang crftidcte, keinen Ton. Was hätte er tun follen? Nicht wenig befchämt,packte er feine Fiedel ein und fdiied und ging feiner Wege.

Er war fdion eine Weile dahingewandert, als er merkte, daß er einen

feiner Handfdiuhe verloren hatte, und fo ging er zurück, woher er gekommen

war. Und als er dort anlangte, war anftatt des Schroffes ebener Boden, und

in der Mitte war ein Springquell, und neben dem Quell lag fein Handfcfiuh,

und das Schloß war mit Mann und Maus in der Erde vcrfunken.

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