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Märchen des Mittelalters
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den Krämer auf der Stelle hinrichten zu laffen: »und tuft du das nicht ungefäumt,fo wird dir und mir viel Leides erwadifen.«

So wurde denn Markolf auf Befehl des Königs gegriffen und zur Rieht-ftätte geführt. Und der König fagte zu ihm: »Wähle dir die Todesart,-das Leben halt du unter allen Umftänden verwirkt.« Und Markolf fagte:»Idi bitte, daß man mich henke, aber an einem neuen Galgen.« Und als fieden Galgen aufteilten, fagte Markolf: »Tu du mit mir, wie es dir gebührenwürde/ denn auch ich bin von königlichem Gefchlechte, und Könige dürfenreditens nur an einem vergoldeten Galgen gehenkt werden.« Lind der Königbefahl, den Galgen zu vergolden. Und als er dann zu dem Galgen geführtwurde, bat er noch den König um feines Seelenheils willen, ihn dreimal in feinHörn ftoßen zu laffen, und das Hörn war klein, aber von lautem Schalle, undauch diefe Bitte gewährte der König.

Und auf der erften Sproffe der Leiter blies er zum erften Male, und fiehe:lärmend brach die fchwarze Schar aus dem Walde hervor. Da fragte ihn derKönig, was das bedeute, und er fagte: »DieTeufel kommen meineSeeleholen.«Die Königin aber fagte haftig: »Was Leides bereiteft du dir da? Warum henkftdu ihn nicht rafdier?« Lind auf der zweiten Sproffe blies Markolf wieder, undda brach die rote Schar in fchnellem Ritte hervor. Und auf die Frage desKönigs, was das bedeute, fagte Markolf: »Das höllifdie Feuer kommt midiverbrennen, weil ich ein arger Sünder bin.« Und bei dem dritten Hornftoß aufder dritten Sproffe fprengte die weiße Schar mit verhängten Zügeln hervor,und Markolf antwortete auf des Königs Frage: »Gott hat fich meiner erbarmtund feine Engel gefchidu, auf daß fie mich den|Teufeln beftreiten.« Und dasalles erklärte er dem Könige nur, damit die Ritterfcharen Zeit hätten, heran-zukommen und ihn zu befreien.

Und die Scharen kamen und griffen den König und henkten ihn an denGalgen und löften Markolf die Bande. Und Markolf padue die Königin undfchnitt ihr Nafe und Lippen ab, und fo brachte er fie vor König Salomo, unddiefer erhob ihn zu hohen Ehren.

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