was ich dir fagte?« Salomo fagte: »Du lügft, Schurke! Der Teufel verführtdich und fchier auch midi.« Und Markoif: »Morgen wirft du deine Wundererleben und wirft glauben, daß ich die Wahrheit gefprochen habe. Komm inder Frühe her zu dem Grabe, und du wirft fie nicht mehr finden.«
Und es gefchah in der Nacht, daß jener Heidenkönig kam und fie entführte.Und am Morgen ging Salomo zu dem Grabe, und das war leer. Und mitargem Schmerze und harter Klage kehrte er in fein Gemach zurück, und bitter^lieh weinend fagte er: »Wer wird mich aus meinen Nöten lösen? Weh mirElendem!« Und er befchied Markoif zu fich und fagte zu ihm: »Es tut mirleid, daß ich deiner wahren Rede nicht geglaubt habe. Nun aber bitte ich dich:reiß mir das Herz aus dem Leibe, auf daß dieTrübfal geftillt werde,' fonft wüßteich nicht, wie du mir helfen könnteft.« Markoif aber fagte: »Wenn du mir gibft,was ich will, fo follft du deine Gattin wiederbekommen.« — »Nimm dir, wasdu willft.« — »Ich will, daß drei Scharen Ritter mit mir reiten, eine in Schwarz,eine in Rot und die dritte in Weiß.« — »Nimm fie.« — »Und weiter braucheich Geld, um Händlergut zu kaufen.« Auch das gewährte Salomo.
Markoif nahm das Geld und kaufte Waren, wie fie der Königin aufteilenmochten, und mit diefen Waren und mit den drei Ritterfdiaren zog er insgeheimin das Land jenes Königs, und er hielt mit ihnen vor der Stadt, wo der Königmit der Königin weilte. Und die Ritter verbarg er vor der Stadt, und er fagtezu ihnen: »Ich weiß, in diefer Stadt werde ich gefangen werden und dem Todenicht entgehen können, aber ich will den König bitten, daß er mir noch dreimalins Hörn zu ftoßen erlaube/ und blafe ich zum erften Male, fo foil auf diefenSchall hin die fchwarze Schar heranfprengen, und zum zweiten Male die rote,aber fchneiier, und zum dritten Male die weiße mit der größten Kraft undSchnelligkeit.« Dies gefagt, ging Markoif in die Stadt.
Am Morgen fteilte er fich an das Tor des Tempels, wo der König unddie Königin ihren Götzen opferten, und legte feinen Kram aus,- er hatte liehaber eine Judenhaut angezogen. Und als der König und die Königin aus demTempel kamen, fah dieKönigin unter dem Kram etliche Dinge, die fie gebraudienkonnte, und da hielt fie den König an und bat ihn, ihr etwas Schönes zu kaufen.Und fie trat zu Markoif hin, und als fie die Sachen betrachtete, wollte fie einStück, das ihr befonders gefiel, in die Hand nehmen. Markoif aber fagte:»Königin, berühre die Sachen nicht mit den Handfdiuhen, die fchmutzig find/nimm fie in die bloße Hand.« Und die Königin zog den Handfchuh ab, undda fah Markoif das Lodi in ihrer Hand, und nun war er fieher, daß fie dieGemahlin Salomos war, aber in diefem Augenblicke erkannte auch fie ihnunter der Judenhaut, und fie warf fich vor dem Könige nieder und bat ihn,
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