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Märchen des Mittelalters
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7.DER AFFE DER KÖNIGIN.

DER KÖNIG VON SABA, DER SEINE GEMAHLIN ALLZUfehr liebte, vernahm Im Traume eine Stimme, die rief: »Ein Affe fchläftbei deinem Weibe.« Da ging er hin, wo feine Gemahlin Ichlief, und trug Sorge, daßdort keine Affen feien. Wiederum hörte er im Schlafe die Stimme/ da ließ eralle Affen in feinem Reiche töten. Und er hörte die Stimme zum dritten undzum viertenMale und dann noch oft, und da erholte er (ich Rats bei einem Ritter,der ihm gar getreu war, und der antwortete ihm: »Ift da irgendein Trug derKönigin, fo wird ihn ein Weib beffer entdedcen/ und ich habe, es ift fdion langher, ein wunderbar kluges adeliges Mägdlein gefehen, und wenn es dir beliebt,fo gehe ich und hole fie.« Da fagte der König: »Mir ift's recht.«

Und der Ritter zog aus mit großem Geleite, und als er etwa noch zweiMeilen von dem Schlöffe war, wo das Fräulein lebte, traf er auf eine Scharvon Rittern und Knappen/ fie leifteten einem Manne Gefolgfchaft, der hinritt,um jenes Fräulein als Gattin heimzuführen. Der Ritter gefeilte fich zu ihnenund begann ein Gefpräch mit dem Bräutigam und fragte ihn: »Wie weit ift esnoch bis zu dem Schlöffe, das unfer Ziel ift?« Und dann: »Kürzet uns dochden Weg!« Ärgerlich antwortete der Bräutigam, der ihn für einen Narrenanfah: »Schön ift der Weg und kurz,- wie könnte ich ihn kürzen?« Wiederfprach der Ritter des Königs und fagte: »Traget midi dodi ein Stück Weges, unddann will ich Euch tragen.« Da fügte fich der Bräutigam zu feinen Gefeilenund fagte: »Einen guten Narren habe ich gefunden,- dasunddas hat er zumir gefagt, ich will aber noch mehr von ihm hören.« Und zu ihm zurück-gekehrt, begann er ein fchönes, großes Getreidefeld, an dem lie vorbeiritten,zu preifen, und der Ritter des Königs fragte ihn, wem es gehöre,- er antworteteihm: »Demunddem Ritter.« Und auf die weitereFrage: »Ift es fdion geerntet?«fagte er: »Bei Gott, Ihr feht doch, das Getreide fteht noch in den Halmen,- biszum Schnitt ift noch eine lange Zeit.« Weiter begegneten fie einem Trauerzugemit der Leiche eines Ritters, die zu Grabe getragen wurde, und da fragte ihnder Ritter des Königs: »Ift der Mann ganz tot?« Und der Bräutigam antwortete,um noch mehrDummheiten von ihm herauszuziehen j »Wohin zieht Ihr? Woherleid Ihr?« Der Ritter antwortete: »Ich ziehe in den Wald dort, um eine Hindin

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