5.SCHLIMMER ALS DER TEUFEL.
ES WAR EINMAL EIN TEUFEL, DER STELLTE MANCHENTag und manches Jahr einem liebenden Paare nach, einem Ritter undfeiner Frau, und nie konnte er ihre Eintracht frören. Schließlich ging er zu einemalten Weibe und verhieß ihr ein Paar Schuhe und ein Schodc Pfennige, daß fiedie zwei Gatten verwirren und Unfrieden unter ihnen ftiften folle.
Das alte Weib ging zu der Rittersfrau und fagte zu ihr: »Ach, Frau, ichhabe Euch fo lieb ob Euerer großen Tugend, daß ich Euere Schande und EuerLeid nicht mehr ertragen kann,- lange genug habe ich es, daß Gott erbarm,ertragen.« Und fie machte der guten Frau fo große Angft, daß fidi die kaumfallen konnte, und das fagte fie ihr und bat fie: »Sag an zur Stunde: wasSchande und Leides liegt auf mir?« Und das alte Weib fagte: »Das Herz drücktes mir ab, daß mein Herr, Euer Mann, fo fchön und gefittet Ihr feid, mit andernWeibernböfesSpiel treibt.« »Wiefo?«fagtedieFrau,-»dasglaubeidifchwerlich.«Sagte das alte Weib: »Idi will es Euch beweifen. Wie Ihr wißt, fo reitet er alUtäglich mit feinen Hunden und feinem Habidit zu Felde auf die Beize,- aberda reitet er ins Dorf zu des Meiers Toditer, und mit der geht er um und liegtbei ihr und übt an Euch Untreue.« Und fie machte es der Frau fo fchwer, daßdie wähnte, alles fei wahr.
Darauf ging das alte Weib zu dem Herrn und fagte, wenn er zu Feldeund auf die Beize reite, fo habe feine Frau Umgang mit andern Männern,und das fagte fie ihm (o oftenbarlidi, daß er wähnte, es fei wirklich fo. Unddann ging fie wieder zu der Frau und fagte: »Frau, wenn Ihr wollt, fo will ichEuch lehren, wie Ihr ihm tun müßt, auf daß er keiner Frau mehr nützewerden mag denn Euch, und das kann mit kleinen Dingen gefdrehen, daß eres nicht gewahr wird, und weder Euch noch ihm foll daraus ein Schade anLeib oder Seele erwadifen, und nie wird er es innewerden.« Die Frau fagte:»So es weder ihm noch mir (chadete und er es nicht inne würde, fo täte ich eswohl. Habe ich ihn doch fo lieb, daß ich ihn, ehe denn er je inne werden follte,daß ich ihm etwas getan hätte, tun ließe, was er will.« Sagte das alte Weib:»Er wird es nimmer inne werden, wenn Ihr tut, wie idi Eudi fage. Ihr nehmetein neugefdilitfenes Schermeffer, womit nodi nie gefchoren ward, und das ftedtet
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