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Märchen des Mittelalters
Entstehung
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4.FRAUENHUT.

ES HATTE EINMAL EIN MANN EIN WEIB, DASdurchaus fchlecht, ftreitfüchtig und verbuhlt war, und da er es nicht mehrmit ihr aushalten konnte, befchloß er zu St. Jakob von Compoftella zu pilgern,um ihr auf eine Weile zu entrinnen. Und da fie zu ihm fagte: »Herr, feht, Ihrverreifet/ wem befehlet Ihr mich?«, antwortete er erboft: »Dem Teufel befehleich dich!« Und damit fdiied er.

Kaum aber kam zu der Frau einer ihrer Buhler, fo war auch fchon derTeufel da in gar erfchreddicher Geftalt, und er fuhr ihn an: »Weiche und liehzu, daß du diefes Weib nicht berührelt, fonft töte ich dich, da mir fie ihr Mannbefohlen hat.« Und arg erfdirocken entfloh der Buhler. Und fo tat es zumandern und zum dritten Male der fchlaue Erbfeind, der dann und wann dieErfüllung ftört, auf daß das Feuer des böfen Willens defto höher lodre. Undals nach langer Zeit der Mann von feiner Pilgerfahrt heimkam, erfchien ihmder Teufel und fagte: »Empfange deine Gattin, wie du fie mir befohlen haltund ich fie mit arger Mühe bewahrt habe. Lieber würde ich zehn wilde Stutenhüten, als ein fo durch und durch fchlechtes Weib.«

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