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Märchen des Mittelalters
Entstehung
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dem Tage, wo fidi lein Weib vermählen will), unwiffentlidier Inzeft mit derMutter <und der daraus entfpringenden Toditer), unwilTentlidie Weggabe derGattin an einen andern, Uria« Auftrag oder «Brief, Selbftverurteilungdes Schul«digen, augenbliddidie Strafe für Übertretung eines Verbots, verkehrtes An»ziehen der Schuhe oder verkehrter Hufbefdilag auf der Flucht, Verfchweigeneiner Mißhandlung, um fie audi andern zuteil werden zu laffen, Vertaufchungoder Verallgemeinerung von Unheil drohenden Kennzeichen, mißglückte Nach«ahmung ufw. ufw. Alle diefe Motive können zwar, fo wie die der zuerft be«fprodienen Gruppe, nämlich die, die auf den Anfchauungen der Primitiven be«ruhen, wandern, aber das gefchieht, fo wie bei diefen,nur ausnahmsweife/ imallgemeinen find fie, wie diefe, heimatlos oder, beffer gefagt, überall daheim.Nifämi, deffen Held Bahräm Gür den Gedanken, einen Baumeilter nach voll-brachtem Werke nach dem Beifpiele König Nu'mäns töten zu laffen, von fidiweift, hat fchwerlich von dem Prinzen Bodhirädfcha der buddhiftifchen Schriftenmehr gewußt als Albereda von Bayeux, die, etwa acht Jahre nach NifämisTod, den Baumeilter Lanfred nach Vollendung des Sdiloffes von Ivry hatenthaupten laffen, damit er nirgends mehr etwas Ähnlidies baue, oder als dererfte Erzähler jener in einer fpanifchen Romanze erhaltenen Gefchichte vondem Maurenkönig, der den Erbauer der Alhambra mit dem Tode belohnthaben foll,- daß hingegen Sagen wie die, die fidi an den Moskauer Kirchen» .bau Iwans des Schrecklichen oder an Meifter Habrechts Uhr in Straßburgknüpfen, oder der entfprediende Zug in dem irifdien Märchen von GobanSaor unabhängig entftanden wären, darf wohl bezweifelt werden. Der bib«lifche Jofeph, der feinen Weisfagungsbecher in Benjamins Sack Trecken läßt,mag ein Vorbild gewefen fein für den Böfewicht in manchen Märchen oderfür Rübezahl bei dem Streiche, den er dem Schuhknecht fpielt, oder für denHerbergswirt in der Jakobslegende/ lieber aber hat fein Beifpiel weder derKönig des Dfchätakas gebraucht, der fein Kronjuwel verwendet, um den GattendergeliebtenFrauausdemWegezu fchaffen, nodi der Soldat des Dhammapada-Kommentars, der einen költlidien Edelftein in das Gepäck eines Reifendenverbirgt, noch die Delpher, als fie die geplante Hinrichtung Aefops recht«fertigen wollten.

Die Verhältniffe des Gemeinfchaftslebens wirken fidi aber in der Erzählungnicht nur in den Formen aus, die fie jeweilig angenommen haben, oder indenZwilchenformen der vorangegangenen Entwicklung, fondern in Erfcheinungtreten auch die Umltände, die diefe Entwicklung bedingt oder herbeigeführthaben,- denn jeder Zuwachs an Kulturgut, gleichgültig, ob feine Früchteallmählidi heranreifen, wie es meiftens zutreffen wird, oder ob er einen

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