— 190 —athmete, wurde mit dem größten Beifall aufgenommen.Mehrere Mitglieder der Gesellschaft gehörten zum Gemein-derath, oder zur Munizipalität; sie thaten oft die aller blut-dürftigsten Vorschläge. Eines Tages forderten Nicolleund Bellecour öffentlich zur Empörung tauf und nann-ten mehrere Munizipalbeamte mit Namen, die man ohnealle weitere Umstände sogleich ermorden müsse.Der Maire, Lombard=Lachaux, ein Protestant,dessen wir im ersten Theil erwähnten, als wir vom Einflußdieser Sekte auf die Revolution sprachen, war der erklärteGeſchützer der Maratiſten zu Orleans.Die Abreise der Staatsgefangenen setzte alles in diegrößte Bestürzung; wohin man blickte, fand man Spurender traurigsten Anarchie. Das Beispiel der Pariser schienStraflosigkeit zu verheissen, man mochte sich auch jeden Fre-vel, jedes Verbrechen zu Schulden kommen lassen. Umnun ihren verderblichen Zweck zu erreichen, veranstaltetendie Ruhestörer eine allgemeine Haussuchung. Der Vorwandwar, man müsse Waffen für die Vaterlandsvertheidigerherbeischaffen. Die Haussuchungen begannen am 5. Sept.,und wurden am 9, 10, und 11. fortgesetzt. Man entwaffne-te schier alle Reiche; verhaftete auch einige Verdächtige;der Hauptzweck aber war — Plünderung. Diese erfolgteam 16. Sept.Zur Ausführung ihres Entwurfes wählten die Ver-schwornen einen Sonntag. Die Weinlese hatte ihren An-fang genommen; eine große Menge Bürger begab sich, wiegewöhnlich, auf das Land; die Stadt gerieth dadurch in dieGewalt dieser rasenden Horde. Die Mörder machten denAnfang mit Verfolgung eines Aufsehers über das Mehl,Namens Joachim Bobet; er rette sich in eine Wacht-
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