— 186 —Den eigentlichen Beweggrund dieses letzten Verbre-chens hat man nie erfahren. Laurent galt zu Rheimsfür einen nichtswürdigen Menschen; aber seine Frau?...Man erzählte, Laurent habe ein langes Verzeichniß vondenjenigen gemacht, welche in der Stadt umgebracht wer-den müßten; er habe unter andern einen Kaufmann daraufgesetzt, weil er ihm des vorigen Abends keinen Tabak aufKredit geben wollte. Laurent hatte ihn mit den Wor-ten verlassen: „Du sollst mich in Kurzem anderskennen lernen.Wär' er auch ein eben so großer Bösewicht gewesen,als seine Mörder; mußte man ihn deswegen dem Flammen-tode überliefern? Und die andern Schlachtopfer!Man muß diese zehn Märtyrer den Unglücklichen des 2tenSeptembers beifügen. (s. Tab. No. 1.) Wir kommennoch einmal darauf zurück: 5000 Bürger waren unter denWaffen und blieben — müßige Zuschauer; der Gemeinde-rath war versammelt; die empörendsten Grausamkeiten wur-den vor seinen Augen begangen, und er that — keinenSchritt. Der Jammerruf der Unglücklichen, ihr dahin strö-mendes Blut, ihre zuckenden Leichname, ihr gräßlicher An-blick in den Flammen — dies alles war unvermögenddie Bürger von Rheims zu elektrisiren! Hatte dann einhöllischer Dämon diese Gemeinde eben so fest umstrickt, wiedie Gemeinde von Paris? Aller Wahrscheinlichkeit nachhatte der Gemeinde=Prokurator das obenerwähnte, vonTallien, Sergent und Marat unterzeichnete Cir-cular erhalten. Die Einwohner von Rheims sind als sanftund menschlich bekannt; sie haben eine natürliche Abnei-gung gegen jede Art von Wildheit, und zumal gegen solche
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