Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
185
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185den noch immer auf dem Platz vor dem Gemeindehauseverübt, in welchem der Bürgerrath versammelt war; aberdie National=Garde war nicht mehr unter den Waffen.Großer Gott! welche Arbeit haben wir übernommen?all unser Muth will fast nicht hinreichen: doch wir erman-mannen uns und fahren fert. . . . . Der Gemeinde-Procurator beharrte bei seiner Unthätigkeit; seine Amts-verweser desgleichen. Letzterer war ein ehemaliger Prokura-tor aus Rheims. Beinah sollte man glauben, der ganzeBürgerrath sey mit den Wördern einverstanden gewesen.Das war er aber nicht; die viertausend Rekruten und dasLager zu Soissons lähmten seine ganze Kraft. Wir behar-ren aber dabei; der Gemeinde=Procurator war ein Spieß-geselle der Mörder. Er weigerte sich, die nöthigen Befeh-le höhern Ortes einzuholen, und doch war dies für ihnPflicht und Schuldigkeit.Das herzerreissende Schauspiel ward endlich mit derErmordung des Sarſchewebers Laurent beſchleſſen. Manholte ihr und seine Frau aus ihrer Wohnung. Er wurdesogleich in die Glut geworfen, in welcher er die schrecklich-lichsten Quaalen erduldete. Sie mußte eine Zuschauerinseiner Marter abgeben; sank auf die Knie, streckte ih-re Hände gen Himmel und erwartete in dieser Stellung,daß die Reihe auch an sie kommen werde. Die Unmenschenfreuten sich schon im Voraus ihrer Schmerzen, ihres Angst-geschreis; sie erklärte sich für schwanger. Einer von denHenkern sagte:Was ist daran gelegen aber meh-rere Stimmen riefen:Man muß sie untersuchen.Wirklich wurde sie auch in das Hospital gebracht, um dortuntersucht zu werden. Durch dies Mittel würde Zeit gewen-nen und sie gerettet.