— 184Die Nationalgarde geht aus einander, jeder in seineWohnung. Aber ach! am folgenden Bergen, den 3. Sept.,erneuern die Mörder das gräßliche Schauspiel des vorigenTages. Sie ziehen durch die Stadt und nöthigen die Bür-ger, Holz zu einem noch grösern Scheiterhaufen zu liefern.Allgemeiner Schrecken. Der Abbe Romain wird herbei-bei geführt. Man stellt ihn an den lodernden Holzstoß undfragt, ob er schwören wolle? Er antwortet: „Nein; ichbin bereit zu sterben.“ Nun pecken ihn einige starke Kerlsund werfen ihn lebendig in die Flamme; andere schürendas Feuer mit langen Gabeln; und noch andere zwingendie Bürger, immer größere Haufen von Reishelz herbei zuschleppen. Das fürchterliche, Mark und Bein durchdrin-gende Geschrei des armen Schlachtopfers wird von dem brül-senden Ruf der Bösereichte: „Es lebe die Nation!“erstickt. Als wenn die Nation solcher Verbrechen fähig wärtsich zur Mitschuldigen an solchem Frevel ernübrigen könnte!Der Abbé Alexandre, Dechant der Kathebralkirchezu Rheims, war gefunden worden, der Hinrichtung seinesKollegen beizuwohnen. Voller Angst erklärte er, er sey be-reit den Eid abzulegen. Die Ungeheuer warfen ihn nichtsdestoweniger in die Flammen, welche er durch die beständigeBewegung seiner Arme zu zertheilen suchte und dabei über-laut rief: „ich will schwören! Ich will schwören!“Die Kannibalen — ernst mere hat unsere ganze Revolutionnicht hervorgebracht — tessen ihn vom Scheiterhausen herab,um sich an seinen Schmerzen, an seinen Zuckungen zu wei-den. Sie trieben die Unmenschlichkeit so weit, daß sieHeylbergern, einen Neffen Alexanders, herbeiholtenund ihn zwangen, zum Marterthum seines Oheims das nö-thige Holz herzugeben. . . . Diese Abscheulichkeiten wur-
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