Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
182
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182man müsse alle diejenigen Priester verbrennen, welche denEid zu leisten sich weigerten. Dem zu Folge errichteten sieeinen Scheiterhaufen und nöthigten die Bürger, Reisholz her-bei zu tragen.Einige Bauern bringen den Abbé von Lescur nachRheims, um dort den Eid zu leisten. Als er vor das Ge-meindehaus kommt, wird er angehalten. Die Mörder hauenihm den Kopf ab, trieben mit seinem Körper den empö-rendsten Muthwillen und werfen ihn endlich in die Flam-men. Der Abbé Pacot, Pfarrer zu St. Johann; derAbbé Levacher, Großvikar, und der Pfarrer von Rillywurden mit ausgesuchter Grausamkeit hingerichtet und ihreverstümmelten Leichname ins Feuer geworfen.Jetzt holte man Herrn von Monroffer, ehemali-gen königlichen Lieutenant zu Ryssel, der sich seit einigerZeit zu Rheims niedergelassen hatte. Man hieb ihn nichtbloß den Kopf ab, sondern vorher noch die Arme und Bei-ne. Diese wurden darauf von einigen Mördern vor seinHaus gebracht; man rief seiner Gattin, damit sie diesschreckliche Schauspiel beträchten möchte; zu gutem Glückwar die Bedauernswürdige abwesend. Allein der Schwie-gervater des Herrn von Monrosier, ein Mitglied desBürgerraths, sah ſich genöthigt, einen Zeugen bei derqualvollen Ermordung seines Eidams abzugeben. Das Herzempört sich bei dieser Erzählung. Ereigneten sich diese gräß-lichen Auftritte wirklich im Jahr 1792? Wirklich inFrankreich?Die ganze Nationalgarde, ungefähr fünftausend Mannstark, war unter den Waffen. Ihr Oberanführer drang indie Munizipalität, sie möchte Befehl ertheilen, diese Kanni-balen gefangen zu nehmen. Wir haben selbst keine Befehle