Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
176
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176Die Jahl der Gefauenen welche von Orleans nach Ver-sailles gebracht und daselbst getödtet wurden, beläuft sich aufsieben und fünfzig. (s. Tab. N. 1.) Wiewohl das Gefäng-niß zu Orleans war gepländert worden, fand man dennocheine große Menge Assignate, Uhren, goldene mit Digman-ten besetzte Dosen, viele wichtige Papiere u. s. w. bei ihnen,welche sie zum Theil an den geheimsten Oertern ihrerKleidung verborgen hatten.Nachdem die Gefangenen hingeschlachtet waren, begabensich die Mörder in die verschiedenen Stadtgefängnisse. Manerrichtete in denselben eine Art von Tribunal; durchlief dieRegister, vernahm die Verhafteten und fällte dann sogleichdas Urtheil. Es bestand jederzeit nur in einem einzigenWorte; entweder: getödtet, oder: freigelassen.Das erstere wurde über ein und zwanzig Personen einerdavon war ein Geistlicher ausgesprochen; das andereüber ungleich mehrere. Letztere waren aber lauter nichts-würdige Menschen, die zur Kettenstrafe, oder zu ewigerGefangenschaft waren verurtheilt worden.Die Nationalgarde zu Versailles blieb müßige Zu-schauerin aller dieser Abscheulichkeiten; und das aus zweiGründen. Einmal: ihre Anführer wußten um das Kom-plot; zum andern: man hatte die gehässigsten Vorurtheilegegen die Gefangenen von Orleans zu erregen gewußt. Ue-berall hieß es, diese Unglücklichen hofften sich der National-gerechtigkeit zu entziehen, indem sie das Gold mit vollenHänden ausstreuten. Brissot und viele andere Mitglie-glieder der Nationalversammlung hatten Einfluß auf dieseTage der Thränen, des Blutes, des Fluches. Zu ihrerSchande wird man sich daran erinnern. Will man aberauch die Blutströme übersehen, welchen Nachtheil habennicht