Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
169
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169Masse nach den Gefängnissen des Kriminalgerichts; befreiteneinige, zur Kettenstrafe verurtheilte Diebe und führten sieim Triumph in die Versammlung der Volksgesellschaft.Bourdon hatte den Vorsitz und rief bei ihrem Anblick:Ja, meine Kammeraden; ich weiß daß diese braven Leuteunschuldig sind; ich bitte sie aber, für jetzt in ihr Gefäng-niß zurückzukehren. Doch versprech ich auf mein Ehrenwort,so wahr ich ein Wähler von 1789 und ein ächter Patriotbin: in drei Tagen sollen sie ihre völlige Freiheit erlangen.Dies geschah in der That.Der hohe National=Gerichtshof hatte am vorhergeben-den Tage einen gewissen Dulhery zum Tode verurtheilt;eine Stunde nach dem Einzug der Pariser ward er guillo-tinirt. Jemand bemerkte den Bischof von Orleans, Ja-rente, mit einer rothen Mütze geziert, am Fenster. Manbegreift leicht, daß ihn nichts anders, als bloß die Furchtzu diesem Kopfputz bestimmte.Als sich am folgenden Tage, gegen halb neun Uhr desAbends, eine aufrührische Bewegung in der Nähe derStaatsgefängnisse äußerte, kam der Bürger Garran=deCoulon, einer von den Großprokuratoren, in größter Eilnach dem Gemeindehause, und rief den Munizipalbeamtenzu:Bürger, ihr sitzt hier ruhig, während vielleicht schonin diesem Augenblick die unglücklichen Gefangenen un-ter dem Stahl der Mörder bluten. Noch sprach er,als Leonhard Bourdon gleichfalls herein trat. DieMunizipalbeamten schilderten ihm ihre Besorgnisse, ihrelebhafte Unruhe; allein anstatt aller Antwort, beganner die Carmagnole zu tanzen, und aus vollem Halsedazu zu singen.