Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
168
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168pen von da einen Flintenschuß weiter vorgerückt, so sahman Lazousky aus Orleans herbeieilen. Er wandte sichsogleich zu einem der Anführer, Namens Legrand, undflüsterte ihm ins Ohr:Bei den Minoriten. Diesedrei Worte flogen durch alle Reihen. Bourdon, der zuPferde ſaß, redete unterdeſſen heimlich mit Fournier.Die Pariser Truppen zogen mit brennenden Lunten zuOrleans ein, und bemächtigten sich der Gefängnisse, welcheder Verabredung gemäß, zugleich von der Nationalgardesollten besetzt bleiben. Diesen Eingriff abzuwehren, warnicht möglich; man hatte alle Zugänge mit Kanonen besetzt.Die Pariser waren im Hof der Minoriten in Schlachtord-tzung aufmarschirt. Der dienstthuende Offizier mußte dieStärke seiner Mannschaft angeben, damit Lazousky einegleiche Anzahl der Seinen stellen konnte. Aber kaum ist dieThüre geöffnet, so stürzt sich der ganze Haufe in das Ge-fängniß; plündert das Eigenthum der Gefangenen und nimmtalles hinweg, was sich nur irgend von Geld, Juwelen, Assig-naten, Wechseln u. s. w. vorfindet. Diese Gegenstände wur-den Bourdon eingehändigt. Ein Mädchen aus dem Gast-hofe, in welchem er wohnte, bezeugt, sie habe mit ihren ei-genen Augen gesehen, daß alles im Zimmer des Kommis-färs sey niedergelegt worden. Doch zwang ihn der Kerker-meister, beim Abzuge der Truppen, eine große Schachtel mitSilberwerk wieder herauszugeben. Ein kleiner, kahlerMensch, der die Artillerie zu befehligen schien, sagte zu den-jenigen, welche nicht in das Innere hatten vordringen kön-nen:Tausend Schwerenoth! unser Streich ist verfehlt.Wir werden heut nicht die Lust haben, drei Köpfe herum zuspatzieren.Gegen 5 Uhr des Abends zogen alle diese Rasenden in.