167mit ihnen machen und sie nach Orleans einladen; dadurchhoffte man sie zu einem freundschaftlichen Betragen zu zwin-gen. Leonhard Bourdon durchschaute diese Absichtund fürchtete ihren Erfolg; er rieth also davon ab. SeinKollege unterstützte den Entwurf des Bürgerrathes; dieAusführung ward beſchloſſen.Am Abend spät kam der Bürger Dubail noch aufdas Gemeindehaus; der gröſte Theil der Munizipalbeamtenhatte sich bereits entfernt. Er sagte, zu den noch anwesen-den: „Ich wollt' euch in wenig Worten vor meinem Kol-legen Leonhard Bourdon warnen. Er hat die seind-seligsten Absichten gegen eure Stadt. Alle seine Schrittesind mit einigen Mitgliedern des Bürgerraths, verabredet.“und sonderlich mit Lombard Lachaud, welche diesenAbend mit ihm gespeist haben. — Als Leonhard Bour-don am folgenden Tage, in Begleitung einiger Munizipalen,die Staatsgefängnisse besuchte, baten ihn alle Verhafteten umBeſchleunigung ihres Urtheils. Bourdon erwiederte:“ dasist gerade der Zweck meiner Sendung. Die vielen zu langenFormen sollen abgekürzt.“ Er spielte auf die blutige Ent-scheidung an, welche er ihrem Prozeß bereitete.Inzwischen waren mehrere von den Anführern der Pari-ser Truppen zu Orleans angelangt. An ihrer Spitze befan-den sich Fournier, welcher sich General dieser Revolu-tionsarmee nannte, und ein vorgeblicher Schuster derSt. Antonsvorstadt, in dem man aber, mit leichter Müheden Polen Lazousky erkannte. Beide begeben sich mitrothen Mützen ausstaffirt, in den Klubb und ergießen sichwechselweise in ruhestöhrende und blutgierige Reden.Leonhard gieng mit einer rothen Mütze auf demKopf den Soldaten Fourniers entgegen. Der Vereini-gungspunkt war auf der Montjoie. Kaum waren die Trup-
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