Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
155
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155gemacht, um bei der Nase herumgeführt undam Gängelbande geleitet zu werden.Diese Unterhaltung dauerte eine ganze Stunde. AufBefehl der englischen Regierung ward ihm von einem Lond-ner Banquier eine beträchtliche Summe, in baarem Geldezugestellt.Die sehr glaubwürdige Person, welche uns diesen Auf-tritt erzählt hat, war damals selbst in London und bewohnteein Zimmer, das nur durch eine dünne Wand von demje-nigen getrennt war, in welchem Marat, bei jener Unter-redung, sich befand. 9) Letzterer überwarf sich einige Zeitnachher mit dem Herzoge von Orleans. Er fordertezwölftausend Livres, weil er im Solde dieses Prinzen gear-beitet habe. Wenige Tage vor dem 31. Mai sagte er zu ei-nem Uhrmacher:Mein Freund, das französische Volkmuß ein Oberhaupt haben. Desto schlimmer! er-wiederte der Uhrmacher; wo soll man einen Mann finden,der dazu taugt? Marat schlug sich auf die Brustund sagte mit Stolz:Der bin ich.In der Abtei wurde ein Mensch als Verfertiger vonfalschen Assignaten getödtet. Schändlicher Vorwand! DerUnglückliche war im Gefängniß, ohne daß jemand wußte,warum? Im Register war gleichfalls nicht das Mindestegegen ihn angeführt; man sieht aber leicht, daß der Bür-gerrath den Mördern diesen Vorwand an die Hand gegebenhatte. Der Vorsitzer des Blutgerichts sagt:Du hast fal-sche Assignate verfertigt; nicht wahr? Sie irren sich;9) Sollte der, sonst so vorsichtige englische Minister diesmalwirklich so unvorsichtig gewesen seyn? Sollte er sich über-haupt einem Menschen wie Marat anvertraut haben?Der Uebers.