— 154schon empörte Der 2. Sept. war nicht dazu geeignet, die-fen Widerwillen zu schwächen.Ungefähr zweihundert Mörder kamen am Abend diesesTages in die Wohnung des Ministers Rolland. Sie ver-langen Waffen, und begehren mit dem Minister zu sprechen.Seine Gattin verbirgt ihn und steht den Bösewichten, mitvieler Gewandtheit Rede. Es gelingt ihr, sie davon zuüberzeugen, daß ihr Mann abwesend sey.Santerre, Befehlshaber der Pariser Nationalgarde,schien einem solchen Unternehmen nicht gewachsen. Marathielt ihn für einen Mann ohne Charakter, für einen Ge-mäßigten. Der Gemeinderath gab ihm den Auftrag, am31. August, nach Versailles zu gehen und dort zwei Batail-lons zu mustern, die nach den Gränzen aufbrechen sollten.Santerre that es, und kam erst am 4. Sept. zurück.Marat war ungleich blutdürftiger, als alle diese Laster-helden. Niemand konnte den Engländern einen größern Gesal-len thun, als er that. Die stolzen Insulaner wünschtennichts sehnlicher, als daß unsere Revolution so gehäßig, soabscheulich als möglich werden möchte. Dies geschah, undwohl nicht ohne ihre Mitwirkung. Man hat Marat ihrenAgenten genannt; im Sold der Orlean'schen Parthei warer, wie jedem bekannt ist. Gleichwohl besaß er den Ehr-geitz, selbst eine große Rolle zu spielen, und, wenn esseyn könnte, Chef der ganzen Regierung zu werden. Fol-gender Umstand, dessen Wahrheit wir verbürgen, beweistdies sattsam. Als er nach London reiste, hatte er mitPitt und Orleans eine Zusammenkunft in einem Gast-hofe. Bei dieser Gelegenheit sagte er zum englischenMinister: „Das französische Volk ist recht dazu
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