Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
152
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152kam er plötzlich einen so heftigen Fieberanfall, daß er irrezu reden begann. Er sah nichts als Blut und Leichen; erhörte das Röcheln der Sterbenden, welche auch ihn alsihren Mörder anklagten. Nur mit vieler Mühe und durchden Gebrauch der kräftigsten Mittel gelang es, ihn wiederzu sich selbst zu bringen. Nun hat ihn Madame P . . .um einen Paß für einen ihrer Bekannten, der, von denMorden geschreckt, sich nach Lyon begeben wollte. Tallienerwiederte:Ich rathe nicht dazu; was in Paris geschehenist, wird auch zu Lyon geschehen.Die Direktoren der Septembermorde versprachen denMeuchelmördern, wie oben erwähnt, den Nachlaß ihrerSchlachtopfer. Man wollte sie dadurch reitzen und sodannmit ihnen theilen; das heißt, man wollte jenen so viel ge-ben, als man für gut fand, und das Uebrige behalten: DieRäukemacher und Spitzbuben, welche zu diesen Abscheu-I. hkeiten mitwirkten, hatten aber dabei noch andere, weit-aussehende Entwürfe. Die Orlean'sche Parthei hofftediese Gräueltage ganz zu ihrem Vortheil zu kehren. Manwollte nicht nur in die Wohnungen der Adlichen, sondernauch in den Tempelthurm dringen; überall sollte eben so ge-metzelt werden, wie in den Pariser Gefängnissen. Dannsollte für den Herzog von Orleans ein neuer Hofstaaterrichtet, und dieser aus lauter Jakobinern und Mördernzuſammengeſetzt werden.Wenn man die Geschichte der demagogischen Rovolu-tionen durchliest, so findet man, daß sie einander durchgän-gig sehr ähneln. Die erste Veranlassung geben mehren-theils die übertriebenen Ansprüche des Adels und der Geist-lichkeit; das Volk murrt verliert die Geduld, erhebt sich,droht und schlägt. Aus dem aufgerührten Schlamme ent-