Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

151In einer dieser Konferenzen, bei welcher auch Talliengegenwärtig war denn Unpartheiligkeit ist des Geschicht-schreibers heiligste Pflicht that Marat den Vorschlag,die Gefäugnisse in Brand zu ſtecken. Man bemerkte ihmaber, daß die benachbarten Häuser dadurch in die größteGefahr geriethen. Nun schlug ein anderer vor, sie unterWasser zu setzen. Billaud=de=Varennes hielt es fürdas Beſte und Sicherſte, die Gefangenen zu ermorden-Tallien weigerte sich, seine Meinung zu sagen. Ein Vier-ter machte den Einwurf:Ihr wollt die Gefangenen er-morden lassen; aber ihr werdet nicht Meuchelmörder genugfinden können. Billaud=de=Varennes erwiedertemit Heftigkeit:O das hat keine Noth!" 8.) Als Tal-lien aus dem Ausschusse kam, war er mürrisch und ver-drießlich. Er war damals noch jung und in der Schule desVerbrechens noch nicht abgehärtet.Am 2. oder 5. Sept. legte Tallien bei MadameP . . ., auf ihrem Landhause, einen Besuch ab. Hier be-8.) Folgende Anekdote hab' ich von einem glaubwürdigen Man-ne; sie scheint mir des Aufhebens werth. Am 2. Sept. kameine junge, schöne, vor kurzem erst verheirathete Pariserinzu Billaud=de=Parennes und bat ihn um die Rettungihres Mannes. Er war am vorhergehenden Tage verhaftetund eingekerkert worden. Lange Zeit antwortete Billaud-de=Varennes gar nichts; endlich that er ihr Vorschläge,gegen welche das Gefühl jedes tugendhaften Weibes sich em-pört. Sie konnte sich nicht enthalten, ihren Abschen zu äu-ßern. Billaud packte sie beim Arme, schleuderte sie zurThür hinaus bis an die Treppe, und hier gab er ihr nocheinen so heftigen Tritt mit dem Fuß, daß sie rücklings he-rabstürzte und sich im Fallen stark beschädigte.Der Ueberl.