150 —Schon am andern Morgen bemühte man sich, das Ge-rücht von einer Verschwörung der Gefangenen gegen diePatrioten allenthalben in Umlauf zu bringen. Camille-Desmoulins, Fabre d'Eglantine und Robert,alle drei Sekretäre des Justizministers, waren Vertrautedes höllischen Plans.Danton war von Natur blutgierig; um so leichterfügte er sich zu den Entwürfen Marats.Gleichwohl ließ Danton drei Personen, für die ersich interessirte, bei Zeiten aus dem Gefängniß entfernen.Er war es, der Robespierren das Geheimniß mit-theilte. Letzterer gab zur Antwort: „Wir dürfen uns beider Ausführung aber ja nicht bloß auf Marat verlassen;der ist im Grunde ein sehr eingeschränkter Kopf.“Im Aufsichtsausschusse des Gemeinderaths wurden dieGräuel der ersten Septembertage recht eigentlich organisirt.Mehrere Berathschlagungen wurden gehalten, um die zweck-dienlichsten Mittel zu verabreden. Robespierre wohntezweien derselben bei. Seine Meinung und seine Vorschlägewurden jedesmal in besondere Erwägung gezogen. Er sagteunter andern: „Ich rathe, es bei den Adlichen und Prie-stern bewenden zu lassen.“Dies wäre auch vielleicht geschehen; aber jeder hatteFeinde, die er haßte und an denen er sich zu rächen wünschte.Die Gelegenheit war so günstig, daß man sie unmöglichvorübergehen lassen konnte. Manuel vergaß, wie wirschon erinnert haben, des braven Bosquillons nicht; undso machten es die Uebrigen alle. Jeder dieser Mörder hatteaber auch Freunde, deren er sich annahm und die erbeschützte.
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