Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
138
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138loren. Ich hielt es für meine Pflicht, alle diejenigen auffreien Fuß zu stellen, die bloß wegen Schulden verhaftetwaren. Ich habe dies im Hotel=de=la= Force und in St.-Pelagie gethan. Als ich in den Gemeinderath zurückkam,fiel mir plötzlich ein, daß ich in la= Force denjenigen Theilvergessen hatte, in welchem die Weiber eingesperrt sind. Ichholte das Versäumte nach und setzte Vier und zwanzig inFreiheit. Meine vorzügliche Sorge war auf Madame Tour-zel und Madame Saint-Brice gerichtet. Wir entfern-ten uns bloß um unsrer eigenen Sicherheit willen.Man höre den Berichterstatter; wie ganz im Wider-spruche mit sich selbst! konnte er die erwähnten Personendem Mordstahl entziehen, so folgt daraus nothwendig, daßer wenigstens einige Gewalt über die Mörder haben mußte.Warum rettete er denn nicht noch mehrere? warum nichtalle? Er allein konnte, zu verschiedenen malen, eine be-trächtliche Anzahl Gefangener aus ihren Kerkern befreien;und die Deputation der Nationalversammlung konnte esnicht einmal so weit bringen, daß man sie einige Augen-blicke geduldig anhörte. Sie waren von Leichen umringt;es war noch nicht völlig dunkel; zum Ueberfluß brannte eineMenge Fackeln und doch konnte sie nicht unterscheiden,was vorgieng. Nein! wir müssen es wiederholen: sie warenalle mit einander Feige, sie waren Schurken. Wie sehr istdas französische Volk bis jetzt zu beklagen gewesen! Ersthieng es von dem Willen eines einzigen, dann von der Lau-ne mehrerer Hunderte ab. Das einemal führte Dummheitund Tyrannei den Szepter; das anderemal handhabte Bos-heit und Schurkerei die Zügel. Mordeten die Partheihäup-ter unster Revolution nicht selbst, so ließen sie morden.Wären sie auch bis über die Knöchel im Blut gegangen, sie