— 127Diese kleine Anekdoten lassen wegen der Mitschuld je-der Männer, die damals am Ruder oder in der Volks-gunst waren, gar keinen Zweifel übrig. Ja; die Septem-morde waren wohl überlegt; sie waren vorbereitet und be-rechnet; das Verbrechen der armen Schlachtopfer bestand meh-rentheils in ihrem Reichthum. Diejenigen, welche ihre Frei-heit nicht mit Geld bezahlten, bezahlten im Tode mit ih-ren Kostbarkeiten. Alles war verabredet; die blutige Erb-schaft war getheilt, ehe sie noch den Mördern anheim fiel.Man hat die Wirkung der Gewissensbisse viel zu sehr er-hoben. Noch jetzt leben mehrere von den, in diesem schau-derhaften Trauerspiel handelnden Personen. Sie werden inihrem ruhigen Aufenthalt diese Geschichte ihrer Verbrechenlesen und — gefühllos dabei bleiben. Sie werden das Buchzuschlagen und mit einem ruhigen Lächeln dazu sagen:Prudhomme mag schwätzen so viel er will; er beredetuns nun und nimmermehr, die Uhren, die Juwelen unddie Louisd'ors wieder herauszugeben, die wir in den erstenTagen des Septembers mit so vielem Glück erobert haben;wir wollen vielmehr in Ruhe und mit Behaglichkeit dieseFrüchte unseres Machisvelisnes genießen. Der alte Pa-triot mag so sauer sehen, als er will; die Kleinen sindeinmal dazu da, um von den Großen verzehrt zu werden.Am 30. Aug. brachte die ungeheure Macht, welchesich der Pariser Gemeinderath angemaßt hatte, keine be-unruhigende Wirkung auf die Nationalversammlung her-vor. Dieser Rath übte eine so despotische Gewalt, daßdie mehrsten Sektionen sich bewogen fanden, die Vollmach-ten zurück zu nehmen, welche sie für ihre provisorischenKommissarien ausgestellt hatten. Diese Kommissarien wa-ren, wie wir oben erwähnt haben, am 9. August ernannt
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