Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
115
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115Wahrlich! der Gemeinderath log mit vieler Unver-schämtheit, als er am 3. Sept. um zwei Uhr des Morgens,durch seine Abgeordneten, Tallien, Guiraud und Tru-chon, genannt Grand=Barbe (Großbart), vor denSchranken der Nationalversammlung erklären ließ, daßalle Gefängnisse zu Paris bereits leer wären.Fiengen doch die Ermordungen im Bicetre erst am 3. desNachmittags an, und dauerten bis zum 4. des Abends. In la-force hörten sie sogar erst am 7. auf.Tallien war ein grober Lügner; ein ausgezeichneterSchelm, als er behauptete, man habe sonst niemand ermor-det, als nur die Verfertiger falscher Assignate. Auch wollteman nicht bloß an die Adlichen und Priester; warum hätte mansonst so manchen aus dem niedrigsten Pöbel hingeschlachtet? Zu-dem waren alle Gefangene im Hotel=de=la= Force, und inder Abtei St. Germain auf Befehl des Aufsichtsausschus-ses des Bürgerraths eingekerkert worden. Es ist wahr,auch der Aufsichtsausschuß der Nationalversammlung hattein den beiden letzten Tagen sehr viele Personen verhaftenlassen (s. Tab. Nr. 1.). Man behauptet deswegen nichtzu viel, wenn man sagt: der eine taugte so wenig wieder andere; sie sind beide des Fluchs und des Abscheusaller Redlichen werth. Ihm weihen wir die gesetzgebendeVersammlung und den Gemeinderath!Es war eine Wohlthat für die armen Schlachtopfer,daß die Mitglieder dieser sonderbaren Kommissionen dahinmiteinander übereingekommen waren, das Todesurtheil nichtin Gegenwart der Unglücklichen zu sprechen. In la= Forcesagte man:Nach der Abtei! In der Abtei sagteman:Nach la= Force! Eben so wurde es in denandern Gefängnissen gehalten. Wenn jemand in Freiheit8