— 113—in den Saal la=grande= Force genannt einzubringen. 87Weiber waren in demselben in Verwahrung.Des andern Tags, um fünf Uhr des Abends, erscheinendie nämlichen Mörder abermals vor der Salpetriere. Sie fin-den keinen Widerstand und sprengen die Thüren des Saals,in welchem die 87 Weiber sich aufhalten. Nun zwingensie die Aufseherinnen des Hauses und zwar unter Todes-strafe, ihnen die Verzeichnisse in eine der Küchen herun-ter zu bringen. Hier beginnen sie, um sieben Uhr, ihrWerk. Sie ermorden 35, größtentheils schon ziemlichalte Weiber, wie man aus der Tab. Nr. 1. sehen kann.Eine gewisse Desrues oder Ducruset, hatte mit vie-ler Sorgfalt ihre Toilette gemacht. Sie hoffte zu rühten,mußte aber eben sowohl wie die andern über die Klingespringen. Die Bürgerin Saint=Mache, Oberaufseherindieser Anstalt, wurde von den Mördern, bei Verlust ihresLebens, genöthigt, die Gefangenen selbst vor das Gerichtzu führen und Zeugin ihrer Niedermetzelung zu seyn. Die-se Frau war sehr alt, und ihr Gesicht schon schwach. Dieswar ein Glück für sie; denn sie konnte die Gräuel nichtunterscheiden, die um sie her vorgiengen.Die Kannibalen durchsuchten während der ganzen Nachtalle Schlafsäle des Hauses und vorzüglich diejenigen derjungen Mädchen, welche hier in beträchtlicher Anzahl, Ar-beit und Unterhalt fanden. Man bediente sich des Vor-wandes, es seyen Gefangene und Waffen auf denselbenvorborgen; wirklich war es aber den Mördern nur umBefriedigung ihrer viehischen Lüste zu thun. Kinder vonzehn bis funfzehn Jahren wurden genothzüchtigt und meh-rere dieser armen Geschöpfe, um ihrer ferner zu genießen,mit fortgeschleppt.Prüdh. Irrth. II. Bd.
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