109 —stellen, die ein wildes, entschlossenes Ansehen hatten; undnamentlich die, welche wegen begangener Mordthaten ein-gekerkert waren. Sie fragten einen derselben: „Liebstdu die Revolution?“ — — Den Teufel! ja; ichwürde meinen Vater und meine Mutter fürdie Revolution todt stechen. Ein anderersagte: „Ich bin angeklagt, bei einem Aristo-kraten geſtohlen zu haben. Das iſt falſch. Undhätte ich's gethan, was weiter? Die Wahr-heit ist: ich bin ein wüthender Patriot, unddeswegen haben mir die Aristokraten diesenStreich gespielt.“ Ein dritter sagte zu seinen Rich-tern: „Ich weiß, daß ihr brave Sakermenterseyd. Ihr wollt nur an Aristokratenkehlen.Ich erkläre euch: hieng es nur von mir ab, ichtödtete die Schurken alle miteinander.“ Diesedrei wurden auf der Stelle in Freiheit gesetzt, dem Mör-derkorps einverleibt und nach dem Hotel=de=la= Force ge-schickt, um dort an den Hinrichtungen zu helfen. ImChatelet wurden 216 Personen ermordet; (siehe TabelleNr. 1.) 60 erhielten ihre Freiheit. Man nahm dabei aufdie Jugend und Stärke der Verbrecher Rücksicht. DasMordtribunal selbst staunte über die Frechheit und Kühn-heit vieler dieser Gefangenen. Einer von den Richternsagte zum Präsidenten: „Weißt du auch, daß diese Hal-lunken eben so viel Muth haben, als wir?“Alle Leichname aus der Conciergerie wurden, ſo wiediejenigen aus dem Chatelet, auf der Brücke Notre=Da-me aufgehäuft. Schreckliches Schauspiel! Eine MengeWeiber oder vielmehr Furien, drehten diese Leichname baldnach der einen, bald nach der andern Seite, untersuchten
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