Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
108
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108Mordthaten, verübt in der Conciergerie zu Pa-ris, am 2. und 3. Sept. 1792.Die Conciergerie ist für die Gefangenen des Kriminal-gerichts bestimmt. Am 2. und 3. Sept. wurden in diesemGebäude 289 Individuen, und darunter eine Frauensper-son, hingeschlachtet. Sechs und dreißig Gefangene erhiel-ten ihre Freiheit. Die mehrsten derselben waren Straßen-räuber und Diebe; die Kompagnie der Mörder nahm sieunter sich auf. Fünf und siebenzig Weiber wurden gleich-falls in Freiheit gesetzt. Sie waren größtentheils wegenDiebereien eingekerkert worden; versprachen aber, ihren Be-freiern treulich zu dienen.Eine junge Frauensperson, bekannt unter dem Namendes Sträußermädchens vom Palais=Royal, warzum Tode verurtheilt, weil sie, in einem Anfall rasenderEifersucht aus ihrem Liebhaber einen neuen Abeilardgemacht hatte. Die Mörder schnitten ihr die Brüste ab,trieben ihr einen dicken, fest zusammengepreßten Stockfischin der Bärmutter, ließen sie so eine Weile zappeln undhieben sie endlich mit ihren Säbeln in zwei Theile. Siestarb unter den gräßlichsten Qualen und Zuckungen. DieseTodesart war bisher ganz unerhört. Es scheint, die dama-ligen Machthaber hatten darauf gesonnen, alle Tyrannender Vorzeit an Wuth und Wildheit zu übertreffen.Morde, begangen im Chatelet zu Paris, den2. und 3. Sept. 1792.Die Mörder, oder besser, die vorgeblichen Richter tru-gen Sorge, all diejenigen Gefangenen auf freien Fuß zu