Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
107
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107wurde aber von ihrer Kammerfrau mit vieler Mühe wiederzu ſich gebracht. Jetzt wurde ihr Buſentuch und dann auchihre übrige Kleidung abgerissen Man erlaubte sich gegenihren Körper alle mögliche Unanständigkeiten und Abscheu-lichkeiten; unsere Feder weigert sich, dieselben zu schildern.Es genügt uns zu sagen, daß eines dieser Ungeheuer imBegriffe war, ihrer Reitze in vollem Maße zu genießen,als ein anderes ihr einen tödtlichen Streich versetzte. DieMißhandlungen, die ihr Leichnam noch erfuhr, übersteigenan Scheußlichkeit alles, was die wildesten Nationen desErdbodens sich erlaubten.Der Mordentwurf beschränkte sich nicht auf die Aus-rottung der Adlichen und Priester; denn man begab sichauch nach den Gefängnissen der Conciergerie, nach demChatelet, nach Bicetre, zu den Bernhardinern, wo dieGeleerensklaven verwahrt wurden, und selbst nach der Sal-petriere, wo nur Weiber eingesperrt werden. In all die-sen Gebäuden waren gar keine Adliche, oder doch nur äu-ßerst wenige. Uns sind nur zwei bekannt geworden, näm-lich der Marquis von Montmorin und der Herr vonLamothe, welcher seit der berüchtigten Halsbandsgeschichtegefangen saß. Aber schon damals war ein Entwurf zu Ver-dünnung der Menschenmasse vorfanden; Marat, Ro-bespierre, Billaud=de=Varennes, Danton u. s.waren die Erfinder derselben. Der Nationalkonvent ließwährend seines Schreckensreichs, sich die Ausführung die-ses Entwurfs gar sehr angelegen seyn.