Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen
 

99war, sich wieder empor zu heben bemühte. Dieser Unglücklichekroch ein paar Schritt auf Händen und Füßen; ein Säbelhiebstreckte ihn todt nieder und endete seine Qual für immer.Mit innigem Wohlbehagen vernahmen die Mörder dasWimmern und Aechzen der Sterbenden, welche sie in großeHaufen aufeinander warfen. Eben so wie hier gieng es inallen andern Gefängnissen, in welchen gemordet wurde.Wenn einer in Freiheit gesetzt ward, dann rief man: Ge-wehr bei Fuß! Er wurde in Triumph getragen, nachseiner Wohnung gebracht und überall schallte es vor ihm-her:Huth ab! er ist unschuldig. Die Mörderwaren völlig unbekannte Gesichter. Ein junger Mensch wur-de gegen seinen Willen, in ihre Reihe gestellt. Nachdemman ihn gezwungen hatte, einen Gefangenen niederzustoßenward er ohnmächtig. Er wurde von einem Anwesenden er-kannt, der um zwei Uhr den Vater des Jünglings hattehinschlachten gesehn. Als er sich erholt hatte, wollte er sichwegbegeben; aber die Mörder riefen ihm zu:Wärst duvielleicht auch ein Aristokrat? Endlich benachrich-tigt man ihn von dem, was seinem Vater begegnet ist. Wil-de Verzweiflung ergreift ihn; er zerschlägt sein Gewehr,sucht unter den Leichnamen seinen geliebten Vater, wirftsich über ihn her und kann nur mit vieler Mühe davonwieder getrennt werden.Die Mitglieder des Ausschusses ließen den todten Kör-per des Vaters in ein kleines Zimmer bringen, und suchtenden jungen Menschen zu beruhigen; aber kein Trest wollte irgendetwas bei ihm verfangen. Er schien fest entschiessen, alleszu versuchen, um den Tod seines Vaters zu rächen; dieswürde aber viele Menschen der Gefahr bloß gestellt haben:denn die Mörder waren eben so entschlossen als er, jeden7*