Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

95andere Vollmachten, als lediglich seinen Muth; er warweiter nichts, als eine untergeordnete Gewalt. Man wirdgleichfalls bemerken, daß er weit von dem Gefängniß ent-fernt war, und gar keine Macht, kein Recht über dasselbehatte. Billaud=de=Varennes, Amtsverweser des Ge-meindeprokurators, kommt gegen drei Uhr und besteht dieLeichname. Er redet den Haufen an und sagt:Bürger,ihr schlachtet die ärgsten Feinde des Volks!Ihr thut eure Pflicht, eure Schuldigkeit!....diese Worte vermehren die Hitze, die Wuth der Mörder;sie heischen neue Schlachtopfer. Mehrere Stimmen er-koͤnen:Nach den Gefängnissen! Nach den Ge-fängnissen! diese Horde von Kannibalen wurde voneinem gewissen Maillard, genannt Tappe=dur, ange-führt. Er war Gerichtsfrohn zu Versailles und eben der-selbe, welcher am 5. und 6. Okt. sich an der Spitze des Wei-berheers befand. 2)Eine Stunde nachher brachten sie mehrere Leichname,sie schleiften dieselben bei den Beinen über das Pflaster.Die Unglücklichen waren im Gefängniß der Abtei (StraßeSt. Margaretha) ermordet worden, und wurden jetzt imHofe des Cidilausschusses, neben die ersten Märtirer diesesSchreckenstages aufgeschichtet. Aehnliche Transporte folgtenaufeinander bis zum künftigen Mittage.2) Maillard trug am 2. und 3. Sept. die Schärpe derMunizipalbeamten. Er mordete selbst nicht, sondern stellteden Präsidenten des Blutgerichts vor. Er hatte eine, vonDanton selbst verfertigte Liste, nach welcher er seine Ur-theile fällte.Der Uebers.