— 90 —Voll bittern Schmerzes begab ich mich weg. Indemich durch den Speisesaal hindurch gieng, bemerkte ich dieWeiber des Camille=Desmoulins, Dantons, Ro-berts u. s. w. Fabre=D'Eglantine und andere Gäste.Ich wußte nicht, was ich von der Ruhe denken sollte, diebeim Justizminister herrschte. Alles bestimmte mich zuglauben, daß es in der That unmöglich sey, die Wuth desVolks zu bändigen, nachdem es einmal von den verrätheri-schen Anschlägen der Adlichen und Priester unterrichtetwar. Die Ansicht der Begebenheiten überzeugte mich vol-lends. Die Zufriedenheit des Voiks mit mehreren Loslas-sungen; der Auftritt mit Sombreuil, Gouverneurdes Invalidenhauses, der mit seiner Tochter im Triumphherumgetragen wurde, und eine Menge anderer, dem ähn-liche Züge — wen mußte dies nicht täuschen? Ich ver-sammelte alle meine Mitarbeiter, und erst nach einer Ue-berlegung von sechs Stunden beschlossen wir, unsere Er-zählung mit dem Titel: Volksgerechtigkeit zu über-schreiben. Diesen Ehrennamen verdienen aber bloß die ein-zelnen Handlungen der Großmuth und der Billigkeit, welchezwischen den Gräueln des 2. und 3. Sept., wie einzelneSterne zwischen finstern Wetterwolken hindurch schimmern.Camille=Desmoulius kam am 4. Sept. inunsere Expeditionen und sagte: „Wie nun, Prüdhomme?Alles ist in der besten Ordnung hergegangen. Das Volkhat sogar eine Menge Aristokraten in Freiheit gesetzt, ge-gen welche man gerade keine sprechende Beweise anführenkonnte. „Da wir an Camillen eine gewisse Offenheitund Derbheit kannten, so wurden wir auch dadurch in un-serem Glauben bestärkt, es sey wirklich unmöglich gewesen,dem Volke Einhalt zu thun. Er fügte hinzu: „Ich hoffe
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