Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
89
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89nehmen sich schlechterdings nicht für ein Volk schickt, wel-ches auf Freiheit und Edelsinn Ansprüche macht. In demAugenblick tritt Camille=Desmoulins herein. Dan-ton ruft ihm entgegen:Hör' einmal! Prüdhommekommt her und möchte gerne wissen, was man eigentlichvor hat? Camille wendete sich an Dauton mitden Werten:Hast du ihm dann nicht gesagt, daß mandie Unschuldigen von den Schuldigen zu unterscheiden wis-sen werde? Alle diejenigen, welche von ihren Sektionenzurückgefordert werden, sollen ihnen auch ausgeliefert wer-den. Ich versetze: Mich dünkt, man könnte doch wohl eineweniger gewaltsame Maßregel ergreifen. Blut zu vergie-ßen, ist in meinen Augen immer ein abscheuliches Mittel,und die Machthaber werden dafür verantwortlich. DasVolk rechnet nachher oft mit ihnen auf eine furchtbareWeise ab. Paris erhebe sich in Masse, um den Preußenentgegen zu ziehen; und damit die Weiber und Kinder derVaterlandsvertheidiger nicht in Gefahr kommen, von denGefangenen ermordet zu werden: so führe man diese Letzte-ren von Paris hinweg, und sperre sie in die festesten Schlös-ser des Reiches ein. Danton erwiedert:Jede Art vonMäßigung ist hier völlig überflüßig. Der Zorn des Volkshat seinen höchsten Gipfel erreicht; es würde gefährlichseyen, ihn hemmen zu wollen. Ist die erste Hitze einmalverraucht, dann wird es sich schon bedeuten lassen.Wie wäre es aber, werfe ich ein, wenn die gesetzgebendeVersammlung und die konstituirten Gewalten sich durch Pa-ris zerstreuten und das Volk anredeten?Nein, nein!sagt Camille, das wäre viel zu gefährlich. Das Volkkönnte, im ersten Aufbrausen seines Zorns, selbst seine be-sten und wärmsten Freunde hinschlachten.