88zu Hause; man versicherte mich aber, daß ich ihn bei'm Justitz-minister Danton treffen würde. Es war ungefähr halbdrei Uhr. Ich lasse mich beim Minister anmelden und sageihm: Bürger, ich komme als ein wärmer Patriot, aber auseigenem Antriebe, mich bei ihnen zu erkundigen, was dieLärmkanone, die Sturmglocke und die Ankunft der Preußenzu Paris bedeutet?Danton antwortet mir: „Ruhig, alter Freund derFreiheit! es ist die Sturinglocke des Sieges.“ — Aber, sageich, man spricht von Ermordungen. Ja, entgegnet er, wirsollten diese Nacht ermordet werden; midden eifrigsten Patrio-ten wollte man den Anfang machen. All' jene Schlingelvon Aristokraten, welche sich gegenwärtig in den Gefängnis-sen befinden, hatten sich Feuergewehre und Dolche zu ver-schaffen gewußt. Der Himmel weiß, wie sie dieselben erhal-ten haben. Zu einer bestimmten Stunde in der folgendenNacht, sollten ihnen die Thüren geöffnet werden. Siewürden sich alsdann in die verschiedenen Stadtviertel vertheiltund die Weiber und Kinder der Patrioten ermordet haben,die im Begriffe stehen, gegen die Preußen zu marschiren.Vor allen andern sollte es denen gelten, welche Freiheits-grundsätze gepredigt haben. Ich antworte: Mir scheinendies ganz unnöthige, wenigstens sehr übertriebene Besorg-nisse zu seyn. Wären sie aber auch völlig gegründet; welcheMittel will man anwenden, um die Ausführung eines sol-chen Anschlages zu hintertreiben! — „Welche Mittel! sagtDanton. Das erbitterte, und von Allem noch zur rech-ten Zeit unterrichtete Volk, will selbst an den schlechtenSubjekten, welche sich in den Gefängnissen befinden, Gerech-tigkeit üben.“— Bei diesen Worten faßt mich ein heftigesGrausen: ich stelle dem Minister vor, daß ein solches Be-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten