Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
87
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87den Helden dieses Tages, gestanden haben; und daß nie-mals einer von ihnen unseren patriotischen Konferenzen bei-gewohnt habe. Man wird es uns verzeihen, wenn wirvon dem Einen oder dem Andern reden, was uns persönlichbetrift; zugleich wird man aber auch einsehen, daß wir injenen Zeiten nicht anders sprechen und schreiben konnten,als wir wirklich thaten. Man hütete sich wohl, uns denSchlüssel zu diesen schrecklichen Geheimnissen anzuvertrauen.Unsere Wahrheitsliebe war bekannt, und deswegen wurdeder Schleier vor unsern Augen zwiefach dicht gemacht. Manverbarg sich vor uns, wie Bösewichte sich jederzeit vordem Lichte verbergen. Man fürchtete sich mehr vor unse-rer Gerechtigkeit, als vor den konstituirten Gewalten derdamaligen Zeit. Wenn man in jene gräulichen Geheim-nisse nicht eingeweiht war, wie war es dann fast möglich,unser Geschlecht solcher Schandthaten fähig zu halten?Den 2. Sept. zu Mittag, ertönet die Sturmglocke;donnert die Lärmkanone. Ich begebe mich nach meinerSektion der Einigkeit (de Punité). Man sagt mir,daß die Barrieren geschlossen sind. Schrecken und Bestür-zung hat sich auf alle Gesichter gelagert. Der Eine glaubt,die Preußen seyen im Anzuge gegen Paris; der Anderespricht von einer Verschwörung der Gefangenen gegen diePatrioten. (Von letzterm Gegenstande war seit vierzehn Ta-gen öfters gemurmelt worden.) Mehrere Bürger wendensich mit ihren Fragen an mich. Einer von ihnen sagt:AlsJournalist müßten sie doch etwas mehr wissen. Ich ant-worte: Nein; ich weiß nichts; aber ich will zu jemand gehen,der mir die gewünschte Auskunft geben kann. Da ichnun Camille=Desmoulins seit langer Zeit kannte, soglaubte ich zu ihm gehen zu müssen. Ich fand ihn nicht