- 69Schloß! — — — Seht ihr es nicht an meinem Kleide:— — und du bistIch bin der Arzt des Königs.nicht bange? — — und wovor denn? Ich bin ohneWaffen: thut man dem etwas zu leid, der keinen Menschen— — — Du bist ein ehrlicher Kerl. Aberkränkt?höre: hier taugt's nicht. Andere möchten nicht so vernünf-tig seyn wie wir; sie könnten dich mit den Uebrigen ineine Klasse werfen; dann wärst du verloren. Wo sollenwir dich hinbringen? — — — Nach dem Luxembourg.— — Gut; folg' uns; sey nicht bange! — —Ich hab' es euch ja schon gesagt ich fürchte mich nicht vordenen, welchen ich nichts zu leid gethan habe.“Man führte ihn durch gedrängte Reihen von Bajonet-ten und geladenen Flinten. "Kammeraden, schrie man vorihm her, laßt diesen Menschen passiren! Es ist der Arzt desKönigs; aber er ist darum nicht bang: er ist eine ehrlicheHaut.“ Glücklich und wohlbehalten kam der Aeskulapdes Hofes auf diese Weise bis in die Vorstadt St. Ger-main.Auch dem König wurde, wie bekannt, an diesem Tagenichts zu leid gethan; und doch fällt die Schuld jener blu-tigen Auftritten zum Theil auf ihn zurück. Hätte er sichvöllig und ohne allen Hinterhalt für das Volk und dieKonstitution erklärt; so wurde jene furchtbare Erschütterunggar nicht Statt gefunden haben. Allein das Volk behieltbei allen seinen Gewaltthätigkeiten doch noch so viel Ueber-legung übrig, daß es Ludwig 16. vor seinen treulosenRathgebern unterscheiden konnte. Man schüzte ihn nicht,aber man bedauerte ihn. Seine völlige Charakterlosigkeitdiente ihm zu einem Schilde. Man kannte zwar seinenBriefwechsel mit Koblenz, seine Schwäche gegen eidweigern
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