68zeichen mit sich herum. Noch andere Weiber — wirmüssen es sagen, wiewohl es unser Gefühl empört — be-strichen nakte Leichname mit Fett oder Butter, brieten siealsdann an den verschiedenen Küchenfeuern braun, undrühmten sich, in ihrer viehischen Trunkenheit, sie hättenSchweitzer angerichtet, wie man Makrelen zubereitet.Paris, dieser Mittelpunkt der feinen Lebensart, glichan diesem Tage vollkommen jenen Dörfern amerikanischerMenschenfresser, welche einen Gefangenen rösten und ihrenNachbarn dazu mit den Worten einladen: "Kommt haltetmit uns das Freundschaftsmahl; wir wollen euch vomFleische eines Jesuiten zu essen geben.“Die Scheußlichkeit jener Auftritte wird noch dadurchvermehrt, daß — wie gesagt — Weiber die Hauptrolle da-bei spielten. Weiber! . . . . . . Französische Bür-gerinnen!Bloß den Revolutionstribunälen unter der Schreckens-regierung ist es gelungen, sich bis zu dieser grausendenHöhe der Unmenschlichkeit hinaufzuschwingen.Durch die zahllosen Abscheulichkeiten des 10. Augustsschimmert aber doch noch hier und da, zum Trost desMenſchenfreundes, ein Zug des Edelmuths und des beſſernGefühls. Man schonte aller Weiber, selbst derer, welchemit der Königin in näheren Verhältnissen standen. Lemon-nier, Leibarzt des Königs, war während der ganzen Bela-gerung in seinem Zimmer geblieben und hatte nicht einmalseine Kleidung verändert. Einige Männer, deren Armeüber und über mit Blut gefärbt sind, klopfen ungestüman seine Thüre; der Greis öffnet sie. „Was machst duhier? Du bist sehr ruhig! — — — Ich bin aufmeinem Posten. — — — Was bist du hier im
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