67Mit einer, unserem Geschlechte sonst nicht eigenen Er-bitterung, mit niegesehener Mordlust, verselete man, nachdem Gefechte, die unglücklichen Flüchtlinge bis in dieKeller. Eine große Menge Royalisten würde daselbst, unterden ausgesuchtesten Martern, ihren Geist haben aushauchenmüssen; wofern sie nicht, durch das glücklichste Ungefähr,einen Ausweg durch die Gallerie der Infantin entdehthätten, welcher den Belagerern völlig unbekannt war. AlsTatlöhner und gemeinen Leute verkleidet, entgiengen sieder Wuth eines Volkes, welches von gedungenen und be-soldeten Bösewichten zu den unerhörtesten Grausamkeitenhingerissen wurde.Viele Bediente, Knechte u. s. w. wußten sich nirgendsanders als in den Küchen zu verstecken; man riß sie ausihren Schlupfwinkeln hervor, und warf sie lebendig in dieGlut und in die Flammen. Die köstlichen Weine, welcheman in den Kellern vorfand, trieben endlich die Gräuel,dieses Tages auf ihren höchsten Gipfel. Mehr als zwei-hundert Personen starben in rasender Völlerei dahin. Zwei,mit seinen gebrannten Wassern völlig angefüllten Menschenwenn man sie anders so nennen darf — erwachten erst amandern Tage, des Abends aus ihrem Rausche, als mansie eben mit den andern Todten auf die, dazu bestimmtenKarren werfen wollte. Aber diejenigen, welche der Weinwäthend machte, ohne sie der Besinnung zu berauben; dieseverübten die schrecklichsten aller Frevel. Die Weiber zeich-neten sich darunter aus; sie ersannen Abschrülichkeiten, anwelche die Männer noch nicht gedacht hatten. Man sahein Weib, welches sich damit beschäftigte, den ermordetenSchweitzern ihre Geburtstheile, abzuschneiden; andere nah-men sie begierig in Empfang und trugen sie als Sieges-
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